

Reisetipps für weiter entfernt gelegene Ziele von der Hansestadt Bremen
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Fischerboote im Hafen
„Ab wann ist ein Mann ein Mann?“, fragte Herbert Grönemeyer 1984 in seinem Song „Männer“ mit einem Augenzwinkern. Früher fuhren nur Männer zur See, natürlich alles harte Kerle, zeitweise war es Frauen sogar verboten an Bord zu gehen, weil das angeblich Unglück brachte. Seemannsgarn und Aberglaube. Viele Schiffe sind trotzdem untergegangen - mit Mann und Maus, aber ohne Frau. Aber wie war das mit Booten? Und überhaupt: Ab wann ist ein Schiff ein Schiff?

Auf zur Kutterfahrt vom Hafen in Niendorf auf die Ostsee
Der Hafen von Niendorf, einem Ort in der Gemeinde Timmendorfer Strand an der Ostsee, ist ein touristischer Anlaufpunkt und gerade als der Autor dieses Textes seine Kamera startklar hatte, lief ein Fischkutter zur Kutterfahrt mit zahlenden Gästen aus. Gemeinhin gelten die etwa 12 - 20 Meter langen Kutter als Schiff, werden aber in der Regel auf Bootswerften gebaut, repariert und gewartet. U-Boote sind heute oft über 100 Meter lang und werden auf Schiffswerften gebaut. Ah, ja, die Länge ist also nicht immer entscheidend. Oder doch? Es ist verwirrend. Wir klären das vielleicht später.

Im Hafen
Es wird auch heute noch in dem Hafen gearbeitet, vor allem aber, um hungrige Mäuler zahlreicher Reisenden zu stopfen. Es fällt nicht schwer zu erraten, was hier am Wasser auf den Speisekarten im Angebot hoch im Kurs steht. Aber die Vielfalt ist die Feindin der Einfalt und trägt rund um das Hafenbecken durch ein breites Angebot für die Geschmacksknospen eindeutig den Sieg davon.

Ein Imbiss am Hafen
Tatsächlich wurde in den 1919 geplanten und 1920 begonnenen Bau des Fischereihafens der in seiner Bedeutung schon damals zunehmende Fremdenverkehr im Ostseebad Niendorf sowie im benachbarten Timmendorfer Strand bereits mit eingeplant und so fügt sich hier vieles harmonisch zusammen.

Aus dem Stahl geschnitten: Teil eines Kunstwerkes von Rainer Wiedemann aus dem Jahre 2022, gestiftet vom Fremdenverkehrsverein des Ostseeheilbades Niendorf e. V.
Doch nicht immer passte das eine mit dem anderen in dem im Jahr 1385 im Lübecker Stadtbuch erstmals als „Nyendorpe“ erwähnten und ab 1855 als Badeort beliebter werdenden Niendorf so konfliktfrei zusammen, denn ohne Hafen hatten die Fischer den Strand zur Sicherung ihrer Boote und zum Trocknen ihrer Gerätschaften genutzt. Eben den Strand, den die Badegäste gerne mehr für sich und vor allem ohne von vielen als unangenehm empfundenen Fischgeruch haben wollten. Der Bau auf einem rund 6,5 Hektar großen Gelände war also eine Win-Win-Geschichte. Eigentlich mit einem Win obendrauf, denn mit einem Teil der ausgebaggerten Sandmenge von 40.000 Kubikmetern wurde das Areal durch Aufschüttung gleich hochwassergeschützt angelegt und sparte nebenbei so Entsorgungs- und Transportkosten.

Freizeitboote in der Marina
Schon damals waren Liegeplätze für Freizeitboote Teil der Planung, doch die reichen heute bei Weitem nicht mehr aus, wie die angrenzende und in den warmen Monaten gut frequentierte Marina neben der Hafeneinfahrt zeigt. Alles Boote übrigens.
Vom Hafen aus kann man bei Lust und Laune nach einem kurzen Wegstück an der Straße sowohl am Strand wie auch auf der Promenade entlang des weitaus touristischeren Ortes Timmendorfer Strand bis nach Scharbeutz laufen.

Stimmung kurz vor einem Regenschauer: Strandkörbe und eine Seebrücke mit Restaurant in Timmerdorfer Strand
Aber kommen wir zum Tiefpunkt der Region: 44 unter NN (NormalNull) sind angesagt. Tatsächlich liegt im Hemmelsdorfer See, den man über einen Wanderweg an dem Flüsschen Aalbeek erreicht, der tiefste Punkt Deutschlands. Für einen weiten Blick über die Landschaft - bei gutem Wetter immerhin fast 15 Kilometer - hilft der „Hermann-Löns-Blick“, ein 1985 errichteter Aussichtsturm, aber auch nur, wenn man denn hinauf steigt ...

Ein dösender Bartkauz - allerdings nicht aufgenommen im Vogelpark an der Aalbeek
Ebenfalls an der Aalbeek, die den See über den Hafen an die Ostsee anbindet, befindet sich seit 1973 ein Vogelpark, der überregional für seine Artenvielfalt speziell im Hinblick auf Eulen, Kauze und Uhus bekannt ist, zahlreiche Arten bewohnen neben anderen gefiederten Tieren wie Papageien und Wasservögeln den Park.

Ein unbewohnter Strandkorb am breiten Strand in Niendorf
Neben dem Hafenbereich müssen auch auf der Promenade des seit 1954 anerkannten Ostseeheilbades Niendorf Besuchende weder mit knurrendem Magen, noch mit trockenem Mund unterwegs sein. Das kulinarische Angebot hält eine wirklich ausreichende Auswahl für die nicht wenigen jährlich erwarteten Gäste bereit und so sollte jede/r neben dem parallel verlaufenden rund zwei Kilometer langen und stellenweise etwa vierzig Meter breiten Sandstrand etwas für sich finden. Nebst Dingen, die zur kulinarischen Verkostung weniger empfehlenswert sind, wie etwa Mode, Schmuck oder Strandutensilien.

Infotafel über die Seebrücke in Niendorf
Ebenso wenig ist der „Fisch“ für den Verzehr geeignet, der am Ende der Promenade für Mensch und Hund den Weg auf das Meer erschließt. Selbst Fische beißen sich daran im Unterwasser die Zähne aus. Ja, der Autor schreibt in Rätseln, meint aber die 1966 errichtete und 2014 umgebaute und sanierte Seebrücke.

Abendstimmung auf der Seebrücke
Wer sie entlangläuft und sich am Brückenkopf über die großzügige Fläche sowie die zahlreichen verschiedenen Sitzgelegenheiten freut, kann allerdings nicht sehen, dass das gesamte 185 Meter lange Konstrukt, aber vor allem besagter Kopf, die Form eines Fisches hat. Richtig wichtig ist das nicht, aber ein schönes Detail.

Auf nach Travemünde
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Auf nach Travemünde
Travemünde, die ursprüngliche Ansiedlung an der Flussmündung, kann auf eine Geschichte zurückblicken, die bis in das Jahr 1187 zurückreicht. Keine vierzig Jahre danach geriet der Ort durch die Vergabe von Rechten durch Kaiser Friedrich II. unter den Einfluss der rund 15 Kilometer entfernt gelegenen Stadt Lübeck. Nochmals gut 100 Jahre später, 1329, wurde Travemünde schließlich fester Teil der freien Reichsstadt, die oft als „Königin der Hanse“ bezeichnet wird.
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Die "Königin der Hanse"
Wer mit dem Zug anreist und fußläufig vom Bahnhof aus die Innenstadt anstrebt, stößt nach der Überquerung der Puppenbrücke fast zwangsläufig auf das Holstentor. Das im Jahr 1478 fertiggestellte gotische Tor aus rotem Backstein, letztes erhaltenes Stadttor und mehrfach renoviert, war auf der Rückseite der braunen 50 D-Mark Scheine abgebildet, die nach der Währungsumstellung am 1. Januar 2002 langsam aus dem Verkehr gezogen wurden. Die Wahl des Motivs zeigt auch die nationale kulturelle Bedeutung des Reliktes.
Lübeck: Dom
Unübersehbar und unüberhörbar, wenn die Glocken schlagen, ragt die gewaltige Marienkirche mit ihren zwei Türmen in den Himmel. Ab 1251 brauchten die Baumeister 100 Jahre, um den gotischen Sakralbau fertigzustellen, der heute wie viele andere Gebäude Teil des UNESCO-Welterbes Lübecker Altstadt ist. Das Mittelschiff der dreischiffigen „Mutterkirche der Backsteingotik“ erhebt sich bis auf 38,5 Meter und ist das höchste Backsteingewölbe weltweit.
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Lübeck: Rathaus
Teile der Nord- und der Ostseite des weitläufigen Marktplatzes werden durch das historische Rathaus begrenzt. Unverkennbar zeigt das Bauwerk Elemente der Backsteingotik und tatsächlich gilt das für mittelalterliche Verhältnisse flächenmäßig große Rathaus als eines der bekanntesten Werke jenes Baustils und Vorbild für weitere Rathäuser in Hansestädten des Ostseeraums.
Lübeck: St. Marien Kirche
Unübersehbar und unüberhörbar, wenn die Glocken schlagen, ragt die gewaltige Marienkirche mit ihren zwei Türmen in den Himmel. Ab 1251 brauchten die Baumeister 100 Jahre, um den gotischen Sakralbau fertigzustellen, der heute wie viele andere Gebäude Teil des UNESCO-Welterbes Lübecker Altstadt ist. Das Mittelschiff der dreischiffigen „Mutterkirche der Backsteingotik“ erhebt sich bis auf 38,5 Meter und ist das höchste Backsteingewölbe weltweit.
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Kreuz und quer durch Lübeck
„Finsterstes Mittelalter“, sagen wir heute oft, wenn sich Willkür, Gewalt, Entrechtung und Unterdrückung von Frauen, Schwachen und Armen etc. als akzeptierter Realzustand in einer Gesellschaft zeigt. Das ist nicht falsch. Dennoch gab es schon im Mittelalter in Europa Menschen, die sich sozial in den Dienst anderer gestellt haben. Am Koberg, dem Marktplatz in der Altstadt, an dem auch die St.-Jacobi-Kirche steht, befindet sich das Heiligen-Geist-Hospital. Die gleichnamige 1227 gegründete Stiftung initiierte die Errichtung des gotischen Backsteinbaus (in Backsteingotik) und betrieb die 1286 fertiggestellte Einrichtung in der Arme und Kranke versorgt wurden. Sie ist weltweit eine der ältesten im sozialen Bereich. Aber auch der Bettelorden der Dominikaner kümmerte sich im Burgkloster um Kranke.
Gänge, Höfe und Torwege in Lübeck
Zwischendrin stößt man immer wieder auf enge Gänge, die ebenerdig unter Häusern hindurchführen und an Parallelstraßen enden oder in schmale, manchmal aber auch breitere Höfe münden. Etwa 90 dieser aus dem mittelalterlichen Bau der Lübecker Altstadt hervorgegangenen und in ihrer Vielfalt nirgendwo sonst anzutreffenden städtebaulichen Eigenheiten sind erhalten geblieben und darüber hinaus denkmalgeschützt.
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Ein liebenswertes "Straßendorf" mit langem Strand. Boltenhagen ist absolut eine bekannte Hausnummer im Tourismus an der deutschen Ostseeküste und hat eine Geschichte. Bis heute hat sich der Ort seinen Charme bewahrt und sich der alles fressenden Gigantomanie der Branche verweigert. Gut so. Es gibt einen schönen Campingplatz, tolle Infrastruktur und für pittoreskes Hafenflair sorgt der Fischereihafen im Ortsteil Tarnitz.
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„Der echte Norden“, eben damit wirbt das nördlichste Bundesland zurecht für seine ganz eigenen anderen Reize. Und wenn unter anderem die frische Luft als „Das Beste am Norden“ medienwirksam beworben wird, kann man dem vor Ort nur zustimmen. Frisch weht es an der Ostsee an der Ostküste sowie an der Nordsee an der Westküste und dazwischen liegen rund 70 Kilometer plattes dünn besiedeltes Land. Mit knapp 100.000 Menschen ist Flensburg nach der Landeshauptstadt Kiel und Lübeck - der Perle der Hanse - die drittgrößte Stadt Schleswig-Holsteins.
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Blick auf die St. Jacobi-Kirche

Historisches Gebäude mit dem Durchgang zum Schwans-Hof
