

Reisetipps für weiter entfernt gelegene Ziele von der Hansestadt Bremen
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Blick auf das Rathaus von der Marktseite
Teile der Nord- und der Ostseite des weitläufigen Marktplatzes werden durch das historische Rathaus begrenzt. Unverkennbar zeigt das Bauwerk Elemente der Backsteingotik und tatsächlich gilt das für mittelalterliche Verhältnisse flächenmäßig große Rathaus als eines der bekanntesten Werke jenes Baustils und Vorbild für weitere Rathäuser in Hansestädten des Ostseeraums.

Unter den Arkaden
Offensichtlich ist aber auch, dass hier über längere Zeit immer wieder angebaut, erweitert und verändert wurde. So entstand ein Gebäudekomplex, bei dem die Verantwortlichen gar nicht erst den Versuch unternommen haben, ein homogenes Äußeres zu schaffen. Aber auch das ist optisch reizvoll, was man von den angrenzenden reiz- und gesichtslosen Profanbauten der Neuzeit nicht behaupten kann, aber derartige Bausünden finden sich auch anderswo.

Äußerer Treppenaufgang zu den Räumen im Rathaus von der Fußgängerzone aus
Begonnen wurde ein Bau an der Stelle des heutigen Rathauses um zwischen 1230 und 1240. Noch nicht fertiggestellt, wurde ein Teil beim Stadtbrand 1251 in Mitleidenschaft gezogen. Nach 1340 erfuhr der Bau über mehrere Jahre Modifikationen, 1435 entstand der Prunkgiebel zur Marktseite. 1452 kam das Portal mit Sitzwangen hinzu und 1586 der hölzerne Erker. Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Nordfassade rekonstruiert.

Hölzerner Erker von 1586
Da das Rathaus auch damals das politische Machtzentrum der heute zweitgrößten Stadt Schleswig-Holsteins war, wollten die Ratsherren diesen Einfluss und den Wohlstand der Stadt jederzeit auch nach außen präsentieren. Die Prunkgiebel waren zu jener Zeit ein repräsentatives Mittel, das für jede und jeden sichtbar zu tun. Einen anderen architektonisch sinnvollen Zweck hatten die Backsteinwände mit ihren Türmchen nicht.

Die mächtigen Türme und Mauern von St. Marien
Unübersehbar und unüberhörbar, wenn die Glocken schlagen, ragt die gewaltige Marienkirche mit ihren zwei Türmen in den Himmel. Ab 1251 brauchten die Baumeister 100 Jahre, um den gotischen Sakralbau fertigzustellen, der heute wie viele andere Gebäude Teil des UNESCO-Welterbes Lübecker Altstadt ist. Das Mittelschiff der dreischiffigen „Mutterkirche der Backsteingotik“ erhebt sich bis auf 38,5 Meter und ist das höchste Backsteingewölbe weltweit.
Wie das unmittelbar benachbarte gotische Rathaus, hatte auch die Marienkirche Vorbildcharakter für weitere vergleichbare Bauten jener und späterer Zeit - zum Beispiel für die Nikolaikirche in der nicht weit entfernt gelegenen Hansestadt Wismar.

Die Seitenschiffe sind schon hoch, im Mittelschiff geht's noch einmal deutlich weiter in die Höhe
Kirchen- und Kathedralenbau hatte über Jahrhunderte hinweg oft etwas von Größenwahn, eine Demonstration der Macht und monetären Reichtums, vornehmlich der katholischen Kirche, war es allemal. Natürlich werden heute weitaus größere und höhere Gebäude errichtet, aber Bauten wie die Marienkirche waren für die Baumeister jener Zeit eine ganz besondere Herausforderung, vor allem hinsichtlich der Statik, bei gleichzeitig vergleichsweise filigranem Erscheinungsbild.

Filigrane Arbeit: Das Abendmahl
Hinzu kommen die damaligen vergleichsweise primitiven Hilfsmittel. Werkzeuge und jegliche Baumaterialien mussten über Leitern oder mit Flaschenzügen per Muskelkraft in die Höhe befördert werden. Unfälle auf den oft Jahrzehnte bestehenden Baustellen waren alltäglich, von Kriegen, Hungersnöten, Seuchen usw. mal abgesehen. Wer als Handwerker arbeitete, bekam seinen Lohn, eine soziale Absicherung bei Krankheit oder nach einer unfallbedingten Verletzung gab es aber nicht.

Eine schöne Kunsthandwerkliche Arbeit: die Taufe
So galt es oft als göttliche Fügung, wenn alles nach Plan verlief, und möglicherweise war der Teufel im Bunde, wenn es Probleme gab. Tatsächlich sitzt der Teufel auf dem grob behauenen Teufelsstein an der Außenmauer der Kirche. Die eher niedliche Plastik in Bronze stammt von dem Bildhauer Rolf Goerler (1999).

Der Teufel auf dem Teufelsstein
Die Geschichte dahinter ist eng mit dem Ratskeller in den Gewölben des Rathauses verbunden. So soll sich der Teufel unter die Arbeiter auf der Baustelle gemischt haben, unter der Annahme ein Weinhaus sei im Bau. Als er erkannte, dass dort eine Kirche in die Höhe wuchs, wollte er den Kirchenbau mit einem Felsbrocken zerstören. Nachdem ihm ein Geselle den Bau eines Weinhauses neben der Kirche versprochen hatte, ließ der Teufel den Stein ohne Schaden direkt neben die Kirche fallen.

Erinnerung an einen Bürgermeister aus dem 17. Jahrhundert
Dass sich der Mensch in der Marienkirche klein fühlt, war als Effekt einerseits durchaus gewünscht, andererseits war hinsichtlich dieses Bauwerks der Rat der Stadt die treibende Kraft hinter dem gewaltigen Bau und nicht das Bistum Lübeck. Mit eben dem lagen die wohlhabenden Kaufleute der seit 1226 reichsfreien Stadt im Streit und wollten den Dom, die Bischofskirche Lübecks, mit dem Neubau deutlich kleiner aussehen lassen und gleichzeitig den Mitbewerbern im entstehenden kaufmännischen Verbund der Städtehanse Mitte des 14. Jahrhunderts ihren Machtanspruch verdeutlichen. Das scheint insgesamt gelungen.

Teil der Astronomischen Uhr
Wer das Mittelschiff und die beiden Seitenschiffe der großen Kirche als vergleichsweise modern empfindet, irrt nicht. Wie der Dom und die Petrikirche brannte die Marienkirche in der Nacht zum Palmsonntag des Jahres 1942 nach einem Luftangriff der Alliierten weitgehend aus. Die zahlreichen aus Holz geschaffenen Kunstwerke, wie der Lübecker Totentanz mitsamt der gleichnamigen Orgel, wurden unwiederbringlich ein Raub der Flammen. Die Astronomische Uhr (1967) an der Stelle der Totentanzorgel aus der Werkstatt des Lübecker Uhrmachers Paul Behrens ist ein schönes Stück Kunsthandwerk der Gegenwart, in seiner Wirkung aber einfach anders.
Bis heute erinnert eine der Kapellen an jene Brandnacht vom 28. auf den 29. März, die Gedenk-Kapelle als Mahnmal gegen Krieg und Gewalt. Und der Anblick berührt.

Die zerstörten Glocken in der Gedenk-Kapelle
Als die Kirchentürme brannten, stürzten die beiden großen Glocken - 40 und 144 Zentner schwer - in die Tiefe und dort liegen sie noch heute, geborsten und schweigend. 434 Jahre hatte die 1508 von Hinrich von Kampen gegossenen „Sonntagsglocke“ geläutet. Die größere, von Albert Benningk in der Glockengießerstraße der Stadt gegossen, erklang das erste Mal am 1. Advent 1669.
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Niendorf / Timmendorfer Strand
Neben dem Hafenbereich müssen auch auf der Promenade des seit 1954 anerkannten Ostseeheilbades Niendorf Besuchende weder mit knurrendem Magen, noch mit trockenem Mund unterwegs sein. Das kulinarische Angebot hält eine wirklich ausreichende Auswahl für die nicht wenigen jährlich erwarteten Gäste bereit und so sollte jede/r neben dem parallel verlaufenden rund zwei Kilometer langen und stellenweise etwa vierzig Meter breiten Sandstrand etwas für sich finden. Nebst Dingen, die zur kulinarischen Verkostung weniger empfehlenswert sind, wie etwa Mode, Schmuck oder Strandutensilien.
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Auf nach Travemünde
Travemünde, die ursprüngliche Ansiedlung an der Flussmündung, kann auf eine Geschichte zurückblicken, die bis in das Jahr 1187 zurückreicht. Keine vierzig Jahre danach geriet der Ort durch die Vergabe von Rechten durch Kaiser Friedrich II. unter den Einfluss der rund 15 Kilometer entfernt gelegenen Stadt Lübeck. Nochmals gut 100 Jahre später, 1329, wurde Travemünde schließlich fester Teil der freien Reichsstadt, die oft als „Königin der Hanse“ bezeichnet wird.
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Die "Königin der Hanse"
Wer mit dem Zug anreist und fußläufig vom Bahnhof aus die Innenstadt anstrebt, stößt nach der Überquerung der Puppenbrücke fast zwangsläufig auf das Holstentor. Das im Jahr 1478 fertiggestellte gotische Tor aus rotem Backstein, letztes erhaltenes Stadttor und mehrfach renoviert, war auf der Rückseite der braunen 50 D-Mark Scheine abgebildet, die nach der Währungsumstellung am 1. Januar 2002 langsam aus dem Verkehr gezogen wurden. Die Wahl des Motivs zeigt auch die nationale kulturelle Bedeutung des Reliktes.
Lübeck: Dom
Unübersehbar und unüberhörbar, wenn die Glocken schlagen, ragt die gewaltige Marienkirche mit ihren zwei Türmen in den Himmel. Ab 1251 brauchten die Baumeister 100 Jahre, um den gotischen Sakralbau fertigzustellen, der heute wie viele andere Gebäude Teil des UNESCO-Welterbes Lübecker Altstadt ist. Das Mittelschiff der dreischiffigen „Mutterkirche der Backsteingotik“ erhebt sich bis auf 38,5 Meter und ist das höchste Backsteingewölbe weltweit.
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Kreuz und quer durch Lübeck
„Finsterstes Mittelalter“, sagen wir heute oft, wenn sich Willkür, Gewalt, Entrechtung und Unterdrückung von Frauen, Schwachen und Armen etc. als akzeptierter Realzustand in einer Gesellschaft zeigt. Das ist nicht falsch. Dennoch gab es schon im Mittelalter in Europa Menschen, die sich sozial in den Dienst anderer gestellt haben. Am Koberg, dem Marktplatz in der Altstadt, an dem auch die St.-Jacobi-Kirche steht, befindet sich das Heiligen-Geist-Hospital. Die gleichnamige 1227 gegründete Stiftung initiierte die Errichtung des gotischen Backsteinbaus (in Backsteingotik) und betrieb die 1286 fertiggestellte Einrichtung in der Arme und Kranke versorgt wurden. Sie ist weltweit eine der ältesten im sozialen Bereich. Aber auch der Bettelorden der Dominikaner kümmerte sich im Burgkloster um Kranke.
Gänge, Höfe und Torwege in Lübeck
Zwischendrin stößt man immer wieder auf enge Gänge, die ebenerdig unter Häusern hindurchführen und an Parallelstraßen enden oder in schmale, manchmal aber auch breitere Höfe münden. Etwa 90 dieser aus dem mittelalterlichen Bau der Lübecker Altstadt hervorgegangenen und in ihrer Vielfalt nirgendwo sonst anzutreffenden städtebaulichen Eigenheiten sind erhalten geblieben und darüber hinaus denkmalgeschützt.
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Ein liebenswertes "Straßendorf" mit langem Strand. Boltenhagen ist absolut eine bekannte Hausnummer im Tourismus an der deutschen Ostseeküste und hat eine Geschichte. Bis heute hat sich der Ort seinen Charme bewahrt und sich der alles fressenden Gigantomanie der Branche verweigert. Gut so. Es gibt einen schönen Campingplatz, tolle Infrastruktur und für pittoreskes Hafenflair sorgt der Fischereihafen im Ortsteil Tarnitz.
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„Der echte Norden“, eben damit wirbt das nördlichste Bundesland zurecht für seine ganz eigenen anderen Reize. Und wenn unter anderem die frische Luft als „Das Beste am Norden“ medienwirksam beworben wird, kann man dem vor Ort nur zustimmen. Frisch weht es an der Ostsee an der Ostküste sowie an der Nordsee an der Westküste und dazwischen liegen rund 70 Kilometer plattes dünn besiedeltes Land. Mit knapp 100.000 Menschen ist Flensburg nach der Landeshauptstadt Kiel und Lübeck - der Perle der Hanse - die drittgrößte Stadt Schleswig-Holsteins.
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Historisches Gebäude mit dem Durchgang zum Schwans-Hof
Gegenwart trifft auf Vergangenheit
In den Städten wurde oft schmal gebaut
Barock-Orgel in der Kirche St. Jacobi
