

Reisetipps für weiter entfernt gelegene Ziele von der Hansestadt Bremen
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... und noch ein Kirchturm. Außergewöhnlich ist allerdings die Turmuhr mit nur einem Zeiger, dem für die Stunden. Im Kirchturm hängen vier zwischen 1507 und 1619 gegossene Glocken.
Vier Viertel, vier Kirchen, heißt es in der Hansestadt und meint damit auch einen Spendenaufruf, denn der Erhalt der Bauwerke ist kostenintensiv. Eine Kirche fehlt also noch angesprochen zu werden , und zwar die St.-Jacobi-Kirche. Und vielleicht landet ja die eine oder andere Münze in der Spendenbox.

Teil des Hochaltars von Hieronymus Hassenberg von 1717
Die dreischiffige Hallenkirche aus Backstein entstand aus einer spätromanischen Hallenkirche, die bereits um 1227 erwähnt wurde. Mit der Fertigstellung des Chors 1334 waren die Umbaumaßnahmen zunächst abgeschlossen. Später folgten Kapellenanbauten und im 17. Jahrhundert Erneuerungen an der Bedachung.

Die kleine Stellwagen-Orgel wurde 1636 / 1637 von Friedrich Stellwagen umgebaut (ursprünglich mittelalterliche Orgel 1467). Heute eine der bedeutendsten Orgel Europas.
„Finsterstes Mittelalter“, sagen wir heute oft, wenn sich Willkür, Gewalt, Entrechtung und Unterdrückung von Frauen, Schwachen und Armen etc. als akzeptierter Realzustand in einer Gesellschaft zeigt. Das ist nicht falsch, der Weg zu demokratischen friedlichen Gesellschaften mit einem Regelwerk von Gesetzen, Rechten und Pflichten war ein langer und blutiger.

Heiligen-Geist-Hospital vom Koberg aus gesehen
Dennoch gab es schon im Mittelalter in Europa Menschen, die sich sozial in den Dienst anderer gestellt haben. Am Koberg, dem Marktplatz in der Altstadt, an dem auch die St.-Jacobi-Kirche steht, befindet sich das Heiligen-Geist-Hospital. Die gleichnamige 1227 gegründete Stiftung initiierte die Errichtung des gotischen Backsteinbaus (in Backsteingotik) und betrieb die 1286 fertiggestellte Einrichtung in der Arme und Kranke versorgt wurden. Sie ist weltweit eine der ältesten im sozialen Bereich.

Erinnerung an den Lübecker Lyriker Emanuel Geibel (1815 - 1884) neben der Kirche des Heiligen-Geist-Hospitals
Auch die dreischiffige Hallenkirche mit ihren Altaren aus dem 15. Jahrhundert und restaurierten Wandmalereien aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts ist durchaus sehenswert.

Restaurierter Innenbereich des Klosters
Aber auch der Bettelorden der Dominikaner kümmerte sich im Burgkloster um Kranke. Das Kloster auf dem Areal der nicht mehr existenten Lübecker Burg hoch über der Trave fand erstmals schriftlich Erwähnung im Jahre 1229. Allerdings wurde das Hospital erst in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts gebaut und diente vornehmlich als Hospiz.

Fragmente des Hieronymus-Fensters im Kloster. Die bunten Glasscheiben wurden um 1400 in Blei gefasst.
Nach zahlreichen Umbauten und Anbauten, u. a. zu einem Gericht und zu einem Gefängnis, hat heute das Europäische Hansemuseum in den Räumlichkeiten sein Domizil.

Foto aus der Ausstellung "Guter Stoff - Textile Welten von der Hansezeit bis heute" in den Museumsräumen
Vom Außenbereich hat man übrigens einen schönen Blick über weite Teile der Trave mit dem alten Hafen, an dem heute eine Hauptverkehrsstraße rund um die historische Altstadt entlang führt.

Ehemaliges Stadttor an der Großen Burgstraße neben der Klosteranlage
In der schon erwähnten Bombennacht des Jahres 1942 sind neben den besagten Kirchen weitere Teile der Altstadt zerstört worden. Es blieben aber auch viele Häuser stehen oder wurden nach dem Krieg wieder rekonstruiert oder Instand gesetzt.

Eingangstür
Lässt man sich durch die zum Teil sehr schmalen Straßen in der Altstadt treiben, sieht man daher viele Bauten mit roten Backsteinfassaden und Stufengiebeln.

Die "Löwen-Apotheke" gehört zu den ältesten Häusern der Hansestadt. Wie eine Infotafel berichtet, wohnte die Kaiserin Elisabeth in den Räumlichkeiten, als sie mit ihrem Ehemann Kaiser Karl IV. Lübeck im Jahre 1375 besuchte. Fast wäre der Bau 1899 abgerissen worden, der Dichter Erich Mühsam, Apothekersohn und selbst Lehrling in dem Gewerbe, konnte dies mit einer Initiative verhindern.
Zwischendrin stößt man immer wieder auf enge Gänge, die ebenerdig unter Häusern hindurchführen und an Parallelstraßen enden oder in schmale, manchmal aber auch breitere Höfe münden. Etwa 90 dieser aus dem mittelalterlichen Bau der Lübecker Altstadt hervorgegangenen und in ihrer Vielfalt nirgendwo sonst anzutreffenden städtebaulichen Eigenheiten sind erhalten geblieben und darüber hinaus denkmalgeschützt.

Blick in den Hellgrünen Gang
Viele der Gänge sind so niedrig, dass man den Kopf einziehen muss, um sich nicht selbigen an der Decke und etwaigen Holzbalken zu stoßen. In der Breite musste laut städtischer Verordnung ein Maß gegeben sein, dass ein Sarg hindurch getragen werden konnte.

Die Zahl zeigt, wieviele es gegeben haben muss
Die Gänge tragen Namen wie „Hellgrüner Gang“ in der Straße Engelswisch und Namen, die auf Gewerke schließen lassen, wie „Branntweinbrenner-Gang“. Geboren wurden oft sie aus der Not heraus, vor allem, wenn sie in Höfe führten. Wie viele mittelalterliche Städte war auch die Hansestadt Lübeck befestigt, hatte also begrenzende Stadtmauern und Stadttore, zudem verhinderte die Trave als Fluss eine sichere flächenmäßige Ausdehnung der besonders zu Zeiten der Hanse prosperierenden Stadt. Und Reichtum weckt ja bekanntlich Begehrlichkeiten.

Historisches Gebäude in der Straße Engelswisch
Mit dem Wohlstand wuchs die Bevölkerung innerhalb der Mauern, Wohnraum wurde knapp und teuer und brachte so besonders die Armen in Bedrängnis, deren Anteil unter den Stadtbewohnenden zeitweise stark anstieg. So wurden die Hinterhöfe etwa von Bürgerhäusern über die schmalen Durchgänge für den Bau von sogenannten Buden erschlossen. Die mittelalterlichen ein- oder zweigeschossigen Kleinsthäuschen wichen späteren Steinbauten, die allerdings auch nicht oder nur wenig größer ausfielen. Wer hier eine Unterkunft bekam bzw. sie sich leisten konnte, hatte Glück.

Historischer Hinterhof
Natürlich ging es bei dem Bau und Ausbau der Hinterhöfe in der Regel zumeist nicht um Mildtätigkeit, sondern um Geschäft und Profit, wofür teilweise auch die kleinste Fläche genutzt wurde. Schließlich befand man sich in einer Kaufmannsstadt und auch die Kirche entdeckte das Potenzial für sich - also nicht das der Mildtätigkeit.

Museum
Sie, als Lesende, entdecken Parallelen zu Wohnsituationen und deren Entwicklung in vielen europäischen Großstädten der Gegenwart? Angebot und Nachfrage bestimmte auch damals schon den Preis, wenn nicht Regulierungen der Mächtigen dem Wildwuchs der Ausbeutung und Gewinnmaximierung Einhalt geboten. Aus moralischer Sicht ist Geschäft eben nicht gleich Geschäft - das gilt bis heute.

Der Glandorps Hof ist der älteste Stiftungshof unter den größeren der Stadt Lübeck. Der Ratsherr Johann Glandorp stiftete die Anlage 1612.
Doch in vergangenen Zeiten haben sich Menschen etwa auch im Hinblick auf ein bezahlbares Heim in Lübeck sozial engagiert, ein Beispiel ist der bis heute erhaltene Füchtingshof, wo Menschen mit kleinem Geldbeutel dank finanzieller Spenden wohlhabender Bürger mit Glück ein bezahlbares Dach über ihrem Kopf bekamen.

Hinein ins Licht einer Gegenwart, Vergangenheit oder Zukunft?
Heute sind die kleinen Häuschen in den Höfen keine Armenunterkünfte mehr, sondern die Orte zumeist restaurierte und renovierte Kleinode der Stadtgeschichte. Und es ist auch irgendwie spannend durch die engen Gänge zu schlüpfen und sich überraschen zu lassen, wo man herauskommt.

Am Museumshafen mit Ausflugsschiffen und der Musik- und Kongresshalle im Hintergrund
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Niendorf / Timmendorfer Strand
Neben dem Hafenbereich müssen auch auf der Promenade des seit 1954 anerkannten Ostseeheilbades Niendorf Besuchende weder mit knurrendem Magen, noch mit trockenem Mund unterwegs sein. Das kulinarische Angebot hält eine wirklich ausreichende Auswahl für die nicht wenigen jährlich erwarteten Gäste bereit und so sollte jede/r neben dem parallel verlaufenden rund zwei Kilometer langen und stellenweise etwa vierzig Meter breiten Sandstrand etwas für sich finden. Nebst Dingen, die zur kulinarischen Verkostung weniger empfehlenswert sind, wie etwa Mode, Schmuck oder Strandutensilien.
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Auf nach Travemünde
Travemünde, die ursprüngliche Ansiedlung an der Flussmündung, kann auf eine Geschichte zurückblicken, die bis in das Jahr 1187 zurückreicht. Keine vierzig Jahre danach geriet der Ort durch die Vergabe von Rechten durch Kaiser Friedrich II. unter den Einfluss der rund 15 Kilometer entfernt gelegenen Stadt Lübeck. Nochmals gut 100 Jahre später, 1329, wurde Travemünde schließlich fester Teil der freien Reichsstadt, die oft als „Königin der Hanse“ bezeichnet wird.
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Die "Königin der Hanse"
Wer mit dem Zug anreist und fußläufig vom Bahnhof aus die Innenstadt anstrebt, stößt nach der Überquerung der Puppenbrücke fast zwangsläufig auf das Holstentor. Das im Jahr 1478 fertiggestellte gotische Tor aus rotem Backstein, letztes erhaltenes Stadttor und mehrfach renoviert, war auf der Rückseite der braunen 50 D-Mark Scheine abgebildet, die nach der Währungsumstellung am 1. Januar 2002 langsam aus dem Verkehr gezogen wurden. Die Wahl des Motivs zeigt auch die nationale kulturelle Bedeutung des Reliktes.
Lübeck: Dom
Unübersehbar und unüberhörbar, wenn die Glocken schlagen, ragt die gewaltige Marienkirche mit ihren zwei Türmen in den Himmel. Ab 1251 brauchten die Baumeister 100 Jahre, um den gotischen Sakralbau fertigzustellen, der heute wie viele andere Gebäude Teil des UNESCO-Welterbes Lübecker Altstadt ist. Das Mittelschiff der dreischiffigen „Mutterkirche der Backsteingotik“ erhebt sich bis auf 38,5 Meter und ist das höchste Backsteingewölbe weltweit.
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Lübeck: Rathaus
Teile der Nord- und der Ostseite des weitläufigen Marktplatzes werden durch das historische Rathaus begrenzt. Unverkennbar zeigt das Bauwerk Elemente der Backsteingotik und tatsächlich gilt das für mittelalterliche Verhältnisse flächenmäßig große Rathaus als eines der bekanntesten Werke jenes Baustils und Vorbild für weitere Rathäuser in Hansestädten des Ostseeraums.
Lübeck: St. Marien Kirche
Unübersehbar und unüberhörbar, wenn die Glocken schlagen, ragt die gewaltige Marienkirche mit ihren zwei Türmen in den Himmel. Ab 1251 brauchten die Baumeister 100 Jahre, um den gotischen Sakralbau fertigzustellen, der heute wie viele andere Gebäude Teil des UNESCO-Welterbes Lübecker Altstadt ist. Das Mittelschiff der dreischiffigen „Mutterkirche der Backsteingotik“ erhebt sich bis auf 38,5 Meter und ist das höchste Backsteingewölbe weltweit.
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Ein liebenswertes "Straßendorf" mit langem Strand. Boltenhagen ist absolut eine bekannte Hausnummer im Tourismus an der deutschen Ostseeküste und hat eine Geschichte. Bis heute hat sich der Ort seinen Charme bewahrt und sich der alles fressenden Gigantomanie der Branche verweigert. Gut so. Es gibt einen schönen Campingplatz, tolle Infrastruktur und für pittoreskes Hafenflair sorgt der Fischereihafen im Ortsteil Tarnitz.
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„Der echte Norden“, eben damit wirbt das nördlichste Bundesland zurecht für seine ganz eigenen anderen Reize. Und wenn unter anderem die frische Luft als „Das Beste am Norden“ medienwirksam beworben wird, kann man dem vor Ort nur zustimmen. Frisch weht es an der Ostsee an der Ostküste sowie an der Nordsee an der Westküste und dazwischen liegen rund 70 Kilometer plattes dünn besiedeltes Land. Mit knapp 100.000 Menschen ist Flensburg nach der Landeshauptstadt Kiel und Lübeck - der Perle der Hanse - die drittgrößte Stadt Schleswig-Holsteins.
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Blick auf die St. Jacobi-Kirche

Historisches Gebäude mit dem Durchgang zum Schwans-Hof

Gegenwart trifft auf Vergangenheit

In den Städten wurde oft schmal gebaut

Barock-Orgel in der Kirche St. Jacobi
