

Reisetipps für weiter entfernt gelegene Ziele von der Hansestadt Bremen
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Wer mit dem Zug anreist und fußläufig vom Bahnhof aus die Innenstadt anstrebt, stößt nach der Überquerung der Puppenbrücke fast zwangsläufig auf das Holstentor. Die Brücke (die heutige wurde 1907 erbaut), benannt nach ihren Skulturen zu beiden Seiten, war übrigens die erste aus Stein errichtete Brücke Lübecks. Sie überspannt nicht die Trave als natürliches Gewässer, sondern einen damals zu Schutzzwecken ausgehobenen Graben vor dem historischen Stadttor.

Blick auf das Holstentor in Richtung Altstadt, rechts im Bild sieht man die historischen Salzspeicher, links ragen die Türme der Marienkirche in den Himmel
Das im Jahr 1478 fertiggestellte gotische Tor aus rotem Backstein, letztes erhaltenes Stadttor und mehrfach renoviert, war auf der Rückseite der braunen 50 D-Mark Scheine abgebildet, die nach der Währungsumstellung am 1. Januar 2002 langsam aus dem Verkehr gezogen wurden. Die Wahl des Motivs zeigt auch die nationale kulturelle Bedeutung des Reliktes, das, beidseitig vom motorisierten Verkehr umtost, auf einer Art Insel der Glücksseeligen mit Rasen, Beeten, ungepflasterter Fußwegen und Sitzbänken die Geschichte der Stadt repräsentiert.

Details auf der Feldseite des Holstentores mit der lateinischen Inschrift (übersetzt): Eintracht innen, Friede außen
Wer beide Seiten des Tores betrachtet, wird feststellen, dass sie sehr unterschiedlich aussehen. Von den ausgeprägten Türmen und dem trutzigen Erscheinungsbild mit wenigen kleinen Öffnungen im Mauerwerk zur Verteidigung gegen Angreifende auf der Feldseite, ist auf der Stadtseite kaum etwas zu sehen. Vielmehr sind hier zahlreiche Fenster eingebaut, die die Räumlichkeiten im Inneren erhellen. Außerdem ist das Mauerwerk auf dieser Seite weniger dick.

Die wohl für viele Menschen unbekannte Seite des Holstentores mit den Jahreszahlen 1477 und 1871. Das Kürzel S.P.Q.L. steht - in Anlehnung an eine fast gleichlautende römische Formel - lateinisch für Senatus Populusque Lubecensis (Senat und Volk von Lübeck - statt Romanum).
Abgelichtet wird weit häufiger die Feldseite des Holstentores, vielleicht auch, weil man mit ein wenig mehr Weitwinkel die Türme der mächtigen gotischen Marienkirche in der Innenstadt auf der linken Seite und die fast direkt angrenzenden Salzspeicher auf der rechten Seite gleich mit auf dem Foto hat.

Die Salzspeicher von der Trave aus gesehen
In den zwischen dem 16. und 18. Jh. erbauten Salzspeichern wurde Salz aus Lüneburg gelagert. Innerhalb der Hanse hatte die Stadt ein Monopol auf das "weiße Gold", das sich aus einer Saline dort vergleichsweise leicht fördern ließ und die Hansestadt reich machte. Salz war begehrt und wurde auch im Ostseeraum zur Konservierung von Fisch wie z. B. Hering genutzt.

Salzspeicher
Da die Salzstraße über Land nach Lübeck oftmals ein Schauplatz von Überfällen und damit Verlusten der kostbaren Fracht war, wurde 1390 der Bau des Stecknitzkanals oder genauer Stecknitz-Delvenau-Kanals beschlossen. Die 93 Kilometer lange künstliche Wasserstraße verband nach Fertigstellung Lauenburg an der Elbe mit der Ostsee, und damit auch Lübeck. Bereits 1398 machte sich der erste Stecknitzschiffer mit einer Ladung Salz auf den sichereren Weg zu Wasser, die nach fünf Wochen in Lübeck, dem Salzhafen des Ostseeraumes, schließlich gelöscht und eingelagert wurde.

Die Bronze-Skulptur zeigt den Komponisten Johannes Brahms. "Ich halte es übrigens für besonders pfiffig von mir, dass ich mir beim Spazierengehen einfallen und wachsen lasse", lautet die Sockelinschrift.
Vorbei an den Speicherhäusern aus rotem Backstein, in denen später Korn und Holz gelagert wurden, gelangt man zu Fuß durch einen Grünstreifen entlang des Stadtgrabens auf der durch ihn entstandenen Flussinsel zur Dankwartsbrücke, die die Obertrave überspannt. Entlang dem Flussufer zeigen historische Häuser mit den dahinter aufragenden Türmen und Kirchenschiffen von St. Marien und St. Petri, warum die Stadt auch heute ein Anziehungspunkt für Besuchende ist.

Viele Schlösser auf der Dankwartsbrücke
Die sich an die Brücke anschließende Straße Dankwartsgrube lässt von der Namensgebung (Grube) darauf schließen, dass sich hier im Mittelalter ein von Menschenhand geschaffener schiffbarer Kanal befand, der dem Weitertransport von Waren in die Stadt diente (wie hier in der Hansestadt Wismar). Entlang des Flusses gibt es mehrere Straßennamen, die das Wort Grube in sich tragen. Heute führt hier allerdings Pflasterung hinauf in den historischen Stadtkern, ja, tatsächlich sogar ziemlich steil hinauf. Wir sind auf dem Weg zum Dom.
Nachdem der Welfe Heinrich der Löwe Lübeck zum Bistum ernannt hatte, legte er 14 Jahre danach, also 1173, den Grundstein des Doms. Der Stifter von insgesamt vier Domen erlebte die Fertigstellung und Weihe der romanischen Basilika im Jahre 1247 nicht mehr.

Rekonstruierte Eingangsvorhalle des Doms: das "Paradies"
Wenn man heute durch das „Paradies“, die rekonstruierte mittelalterliche Eingangsvorhalle, das nördliche Querschiff betritt, findet man sich jedoch nicht in einem romanischen, sondern gotischen Sakralbau, zumal überhaupt dem damals ersten großen aus Backstein gebauten an der Ostsee, wieder. Denn wenige Jahre nach der Weihe wurden die Seitenschiffe der Kirche um mehr als 20 Meter auf das Niveau des Mittelschiffs angehoben und der Bau auf knapp 132 Meter verlängert. Das ist ungewöhnlich lang.

Rechts im Bild die Renaissance-Kanzel aus dem 16. Jahrhundert, in der Mitte das Triumphkreuz und dahinter die Kirchenuhr aus dem Jahr 1628.
Wie viele andere Bauwerke blieb auch der Dom nicht vom Bombenhagel der Alliierten aus der Luft im Zweiten Weltkrieg verschont. Vieles, aber nicht alles wurde zerstört, erhalten geblieben sind z. B. das 17 Meter hohe Triumphkreuz des zu damaliger Zeit überregional bedeutenden Lübecker Bildhauers und Malers Bernt Notke, dessen Schnitzarbeiten auch am Lettner zu bewundern sind. Beides wurde 1477 aufgestellt und vor der Zerstörung bewahrt.

Eine der Kapellen im Dom
Sehenswert sind auch die teilweise kunstvoll gestalteten Grabkapellen im südlichen Seitenschiff, wo Persönlichkeiten ihrer Zeit ihre letzte Ruhe gefunden haben.
Wieder an der frischen Luft der Gegenwart führt der Weg am neugotischen Stadtpalais Rantzau, mit einer in der Substanz teilweise Jahrhunderte alten Historie, vorbei in das Herz der Innenstadt.
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Niendorf / Timmendorfer Strand
Neben dem Hafenbereich müssen auch auf der Promenade des seit 1954 anerkannten Ostseeheilbades Niendorf Besuchende weder mit knurrendem Magen, noch mit trockenem Mund unterwegs sein. Das kulinarische Angebot hält eine wirklich ausreichende Auswahl für die nicht wenigen jährlich erwarteten Gäste bereit und so sollte jede/r neben dem parallel verlaufenden rund zwei Kilometer langen und stellenweise etwa vierzig Meter breiten Sandstrand etwas für sich finden. Nebst Dingen, die zur kulinarischen Verkostung weniger empfehlenswert sind, wie etwa Mode, Schmuck oder Strandutensilien.
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Auf nach Travemünde
Travemünde, die ursprüngliche Ansiedlung an der Flussmündung, kann auf eine Geschichte zurückblicken, die bis in das Jahr 1187 zurückreicht. Keine vierzig Jahre danach geriet der Ort durch die Vergabe von Rechten durch Kaiser Friedrich II. unter den Einfluss der rund 15 Kilometer entfernt gelegenen Stadt Lübeck. Nochmals gut 100 Jahre später, 1329, wurde Travemünde schließlich fester Teil der freien Reichsstadt, die oft als „Königin der Hanse“ bezeichnet wird.
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Lübeck: Rathaus
Teile der Nord- und der Ostseite des weitläufigen Marktplatzes werden durch das historische Rathaus begrenzt. Unverkennbar zeigt das Bauwerk Elemente der Backsteingotik und tatsächlich gilt das für mittelalterliche Verhältnisse flächenmäßig große Rathaus als eines der bekanntesten Werke jenes Baustils und Vorbild für weitere Rathäuser in Hansestädten des Ostseeraums.
Lübeck: St. Marien Kirche
Unübersehbar und unüberhörbar, wenn die Glocken schlagen, ragt die gewaltige Marienkirche mit ihren zwei Türmen in den Himmel. Ab 1251 brauchten die Baumeister 100 Jahre, um den gotischen Sakralbau fertigzustellen, der heute wie viele andere Gebäude Teil des UNESCO-Welterbes Lübecker Altstadt ist. Das Mittelschiff der dreischiffigen „Mutterkirche der Backsteingotik“ erhebt sich bis auf 38,5 Meter und ist das höchste Backsteingewölbe weltweit.
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Kreuz und quer durch Lübeck
„Finsterstes Mittelalter“, sagen wir heute oft, wenn sich Willkür, Gewalt, Entrechtung und Unterdrückung von Frauen, Schwachen und Armen etc. als akzeptierter Realzustand in einer Gesellschaft zeigt. Das ist nicht falsch. Dennoch gab es schon im Mittelalter in Europa Menschen, die sich sozial in den Dienst anderer gestellt haben. Am Koberg, dem Marktplatz in der Altstadt, an dem auch die St.-Jacobi-Kirche steht, befindet sich das Heiligen-Geist-Hospital. Die gleichnamige 1227 gegründete Stiftung initiierte die Errichtung des gotischen Backsteinbaus (in Backsteingotik) und betrieb die 1286 fertiggestellte Einrichtung in der Arme und Kranke versorgt wurden. Sie ist weltweit eine der ältesten im sozialen Bereich. Aber auch der Bettelorden der Dominikaner kümmerte sich im Burgkloster um Kranke.
Gänge, Höfe und Torwege in Lübeck
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Ein liebenswertes "Straßendorf" mit langem Strand. Boltenhagen ist absolut eine bekannte Hausnummer im Tourismus an der deutschen Ostseeküste und hat eine Geschichte. Bis heute hat sich der Ort seinen Charme bewahrt und sich der alles fressenden Gigantomanie der Branche verweigert. Gut so. Es gibt einen schönen Campingplatz, tolle Infrastruktur und für pittoreskes Hafenflair sorgt der Fischereihafen im Ortsteil Tarnitz.
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„Der echte Norden“, eben damit wirbt das nördlichste Bundesland zurecht für seine ganz eigenen anderen Reize. Und wenn unter anderem die frische Luft als „Das Beste am Norden“ medienwirksam beworben wird, kann man dem vor Ort nur zustimmen. Frisch weht es an der Ostsee an der Ostküste sowie an der Nordsee an der Westküste und dazwischen liegen rund 70 Kilometer plattes dünn besiedeltes Land. Mit knapp 100.000 Menschen ist Flensburg nach der Landeshauptstadt Kiel und Lübeck - der Perle der Hanse - die drittgrößte Stadt Schleswig-Holsteins.
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Blick auf die St. Jacobi-Kirche

Historisches Gebäude mit dem Durchgang zum Schwans-Hof

Gegenwart trifft auf Vergangenheit

Barock-Orgel in der Kirche St. Jacobi
