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Bremen sehenswertBöttcherstraße (2)

 

Panther, die Nacht tragend - Skulptur in der Böttcherstraße Bremen

Ein weiteres Werk von Hoetger aus dem Jahre 1912: der Panther, die Nacht tragend

Eines der letzterrichteten Häuser der Böttcherstraße ist das Haus Atlantis (1930/31). Der Name ist nicht zufällig gewählt, sondern sollte einer Gruppe von Atlantis-Utopisten einen Ort für Forschung und Veranstaltung bieten. Das Heikle daran war, dass Roselius dabei die Anhänger einer Germanenkultur im Blick hatte, die Atlantis mit Helgoland verbanden, in Fortsetzung also Arier als Atlanter sahen. Trotz des schalen Beigeschmacks im Hinblick auf das zeitlich kurz darauf folgende dunkle Kapitel deutscher Geschichte, in der diffuse Bezüge auf Germanenkulturen und ein ebenso diffuses Sendungsbewusstsein eine gewichtige Rolle spielten, sind die Wirklichkeit gewordenen Entwürfe von Bernhard Hoetger absolut sehenswert und wichtiger Bestandteil der deutschen Architektur zwischen den beiden Weltkriegen.

Besonders der Himmelssaal im Obergeschoss mit seinen blauen und weißen Glasbausteinen in der gewölbten Stahlbetondecke ist sehenswert. Heute ist in dem Haus ein Hotel untergebracht. (Montag - Tag der offenen Tür). Trotz aller Anbiederungsversuche von Roselius fand die Böttcherstraße und ihr künstlerischer Wert übrigens in den Augen der Nationalsozialisten keine Gnade, mehr noch, es wurde sogar als Schandmal bezeichnet. Daran hat auch der "Lichtbringer" (1936) von Bernhard Hoetger am Eingang der Böttcherstraße nichts geändert.

Bremen - Böttcherstraße - Eingang mit Lichtbringer

Eingang zur Böttcherstraße mit dem "Lichtbringer" (1936) von Bernhard Hoetger

Ein weiteres Highlight in der Böttcherstraße ist das Glockenspiel zwischen den Giebeln des Hauses des Glockenspiels. Das ursprüngliche Glockenspiel aus 30 Meißener Porzellanglocken – außen blau und innen vergoldet - wurde 1934 eingeweiht. Auf einem sich zum Spiel der Glocken drehenden Turm im Mauerwerk zeigen zehn geschnitzte Holztafeln bekannte Ozeanbezwinger wie Columbus. Wie vieles andere in der Böttcherstraße, stammen auch die Motive auf den Tafeln von Hoetger im Auftrag Roselius’. Das als Denkmal für den Pioniergeist und den Tatendrang der Menschheit gedachte Glockenspiel bekam nach Beschädigungen im Zweiten Weltkrieg 1954 ein anderes Gesicht durch weiße Glocken. Auch die seit einer umfangreichen Restaurierung 1991 zu sehenden 30 Meißener Porzellanglocken sind hell.
Die Glockenspielzeiten: 1. Januar – 31. März 12, 15 und 18 Uhr, 1. April – 31. Dezember stündlich 12 – 18 Uhr

Bremen - Böttcherstraße - Glockenspiel zwischen den Giebeln

Glockenspiel zwischen den Giebeln

Nur dreizehn Jahre nach Fertigstellung der Böttcherstraße, ein Jahr nach Roselius’ Tod, wurden die Häuser im Oktober '44 bei Bombenangriffen zu einem großen Teil zerstört oder brannten aus. Zumindest die Fassaden konnten bis 1954 wiederhergestellt werden, ein Verdienst von Kaffee HAG. Doch dreieinhalb Jahrzehnte später waren abermals umfangreiche Sanierungsarbeiten dringend nötig. Die Sparkasse kaufte die Häuser und Grundstücke mit Ausnahme des Hauses Atlantis und ließ sie bis 1999 restaurieren. Ein Hinweis auf Kaffee HAG findet sich allerdings in Worten bis heute auf den bunten Scheiben des zwischen 1923 und 27 errichteten und ebenfalls 1954 wiederaufgebauten Haus St. Petrus. Damals wie heute beherrbergt der Bau mit gotischem Giebel gegenüber dem Roselius-Haus Gastronomiebetriebe.

Haus St.Petrus mit bunten Fenstern

 

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Karte

 

Weitere Informationen

Museen Böttcherstraße
Paula Modersohn-Becker Museum
Ludwig Roselius Museum Sammlung
Bernhard Hoetger
Böttcherstraße 6–10
28195 Bremen
Tel.: 0421 / 33882-22
Fax: 0421 / 33882-33
E-Mail: info@museen-boettcherstrasse.de
www.museen-boettcherstrasse.de
Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags 11–18 Uhr, montags geschlossen

 

Marktplatz

Einst wie in der Gegenwart ist der Marktplatz das machtpolitische Zentrum Bremens und heute auch Anziehungspunkt für Tausende von Touristen, was ohne Zweifel auch auf das besondere architektonische Ambiente zurückzuführen ist. Fast unauffällig und schmucklos nimmt sich die Bürgerschaft, das Bremer Parlament, in der Nachbarschaft zu dem prächtigen Alten Rathaus aus.
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Rathaus am Markt - Bremen sehenswert

 

Roland

Auf dem Marktplatz vor dem Rathaus steht seit 1404 der Roland, ein 5,55 Meter (in Gänze 10,21 Meter) hohes Ritterstandbild aus Sandstein mit gezogenem Schwert und Schild vor der Brust. Wie in zahlreichen anderen Städten Europas, steht auch der Roland in Bremen als Symbol für die Freiheit der Stadt, die in früherer Zeit aus dem Marktrecht und der eigenen Gerichtsbarkeit resultierte.
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Roland - Bremen sehenswert

 

Schlachte

Vom Baubeginn 1993 bis zur feierlichen Eröffnung am 27. Mai 2000 entstand zwischen der Wilhelm-Kaisen- und der Stephanibrücke für umgerechnet über 20 Millionen Euro, größtenteils aus EU-Töpfen, mit 60 Bäumen und viel Granit eine Flaniermeile mit Boulevard, Schiffsanlegern und zahlreichen Gastronomiebetrieben, die für jeden Gaumen etwas zu bieten haben, wo im Mittelalter Hafenarbeiter rackerten.
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Schlachte - Bremen sehenswert

 

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