Bremen sehenswert - Die Hansestadt und ihre Sehenswürdigkeitenunterwegs in Brem' & 'n büschen umzu

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Bremen sehenswertDas Viertel

 

Rüeckseite der Kunsthalle mit Gastronomie - Bremen sehenswert

Rückseite der Kunsthalle mit Gastronomie im unteren Geschoss

Von der Domsheide kommend ein kurzes Wegstück am Schnoor vorbei Richtung stadtauswärts, beginnt in den Wallanlagen, dem ehemaligen mittelalterlichen Verteidigungsring Bremens, mit der Kunsthalle die „Kulturmeile“. Nur wenige Meter weiter flankieren zwei im Urzustand nahezu identische klassizistische Bauten zu beiden Seiten die Straße „Ostertorsteinweg“. Das Wach- sowie das Detentionsgebäude der ehemaligen Ostertorwache wurden zwischen 1825 und 1828 nach Entwürfen des Architekten im bremischen Staatsdienst Friedrich Moritz Stamm gebaut und wie viele andere Gebäude in der Stadt 1973 unter Denkmalschutz gestellt. In dem Bau auf der Straßenseite der Kunsthalle eröffnete 1971 Gerhard-Marcks-Stiftung ein Museum. Das heutige Gerhard-Marcks-Haus ist übrigens dem Bildhauer und Grafiker gewidmet, der 1953 die Bronze-Statue der Bremer Stadtmusikanten schuf, die neben dem historischen Rathaus immer wieder Besucher anzieht. Gezeigt werden aber in wechselnden Ausstellungen auch Werke anderer Künstler.

Wilhelm-Wagenfeld-Haus im Ostertor - Bremen sehenswert

Das Detentionsgebäude der ehemaligen Ostertorwache, heute Wilhelm-Wagenfeld-Haus

Im gegenüber liegenden Wilhelm-Wagenfeld-Haus können Besucherinnen und Besucher seit 1998 ebenfalls Ausstellungen besuchen. Der 1900 in Bremen geborene bekannte Produktdesigner und Bauhaus-Schüler Wagenfeld hatte zwei Jahre vor seinem Tod 1990 dem Senat der Hansestadt seinen Nachlass angeboten, der nun seit 1992 vom „Zentrum für Produktgestaltung“, der heutigen „Gesellschaft für Produktgestaltung e. V. Bremen“ in dem Haus verwaltet wird. Gezeigt werden aber nicht nur Werke des Industriedesigners mit internationalem Renommee, sondern in Sonderausstellungen ebenso Produkte anderer Designer bis in die Gegenwart. Die dunkelste Zeit seiner Geschichte hatte der Bau als Gefängnis der Gestapo während der Zeit des Nationalsozialismus. Lange Zeit davor war hinter den Mauern auch die Giftmörderin Gesche Gottfried inhaftiert, bis man sie im Jahr 1831 auf dem Domshof köpfte.

Theater am Goetheplatz

Theater am Goetheplatz, bei schönem Wetter servieren die Kräfte des Cafés "Theatro" Getränke und Speisen auch unter freiem Himmel

Das räumlich leicht zurückgesetzte Theater am Goetheplatz rundet die „Kulturmeile“ ab. Der neoklassizistische Bau, dessen Hauptportal von sechs Säulen getragen wird, war von dem Autor und Theaterdirektor Johannes Wiegand und dem Theaterregisseur und ebenfalls späteren -direktor Eduard Ichon ursprünglich als Schauspielhaus geplant und in Auftrag gegeben worden. Die erste Vorstellung fand anlässlich der Eröffnung am 15. August 1913 statt. Dass sich die Spielstätte zu einem Vierspartentheater mit Oper, Schauspiel, Tanztheater und „Modellversuch Künstler und Schüler“ (MoKS Bremen) entwickeln würde, hatten Wiegand und Ichon, der auf dem Riensberger Friedhof begraben liegt, wohl nicht geplant.

Im Viertel - Bremen sehenswert

Und schon ist man mittendrin im "Viertel"

Die Benennung der Hauptstraßen „Ostertorsteinweg“ und dessen Fortsetzung „Vor dem Steintor“ haben einen historischen Bezug. In früherer Zeit, als der Verteidigungsring um die heutige Altstadt stark befestigt war, befand sich in diesem Bereich der östliche Zugang zur Hansestadt, das Osttor. In unmittelbarer Nachbarschaft und angrenzend an die Stadtmauer wurde 1050 ein Benediktinerkloster gegründet, das allerdings seit 1523 nicht mehr existiert. Nurmehr die Straßennamen „Beim Paulskloster“ sowie „Klosterpad“ erinnern an dessen Existenz und die „Pauliner Marsch“ an das klostereigene Weideland.

Auf einem seit etwa 1530 ebenfalls nicht mehr vorhandenen Mühlenberg beim Paulskloster spielte sich am 20. Juni 1430 etwas Tragisches ab, der ehemalige Bürgermeister Johann Vasmer wurde nach seiner Verurteilung wegen Hochverrats hingerichtet. Dem vorangegangen waren politische Ereignisse, die den Rat der Stadt entzweit hatten, zur Verklagung Bremens vor dem Kaiser sowie der Hanse und schließlich zum Ausschluss aus letzterer geführt hatten. Doch Vasmers Sohn Hinrich wollte nicht, dass sein Vater als Hochverräter in die bremer Geschichte eingeht, verklagte die Hansestadt von Kaiser und Reich und erreichte fünf Jahre nach der Hinrichtung eine Rehabilitierung des Toten sowie die Errichtung eines Sühnekreuzes. Das wurde zunächst am Hinrichtungsort errichtet, aber später versetzt.

Vasmer-Kreuz in der Straße Beim steinernen Kreuz im Ostertor-Viertel - Bremen sehenswert

Das Vasmer-Kreuz in der Straße "Beim steinernen Kreuz" im Ostertor

Heute ist das Kreuz aus Portasandstein in der Straße "Beim steinernen Kreuz" zu finden. Das Kreuz zeigt als Relief den gekreuzigten Jesus und darunter den knienden Vasmer mit seinem Wappen. Das Kreuz steht auf einem sechseckigen Sockel, der die Inschrift trägt: "In deme iare unses Heren MCCCC an dem XXX iare des dinxedages vor Johannes Baptiste ward her Johan Vasmer, Borghermester, hie ghedodet. Biddet got vor de sele." Das Erinnerungsmahl ist eine Replik, das Original wurde 1977 ins Focke-Museum gebracht.

Auch wenn das Gebiet um die beiden Straßenzüge mit ihren vielen kleinen Nebenstraßen zu einem Teil noch zum Stadtteil Mitte und zum anderen zur Östlichen Vorstadt gehört, wird das Quartier von den Bremerinnen und Bremern schlicht nur das „Viertel“ genannt. Es wird geliebt, gehasst, gefürchtet und vieles mehr.

Theodor Körner Denkmal am Körnerwall im Viertel - Bremen sehenswert

"Der Vetter aus Bremen", so hieß eines der Werke des Dichters und Dramatikers Theodor Körner, das er 1812, ein Jahr vor seinem Tod, verfasste. Das von viel Grün umgebene Denkmal Körners von dem Bildhauer Johann Andreas Deneys am Körnerwall wurde am 26. November 1865 enthüllt.

Wohl in keinem anderen Stadtteil der Hansestadt traten über Jahrzehnte hinweg die Kontraste so offen und teilweise auch gewalttätig zutage wie im Viertel. Der bürgerlichen Hochkultur mit den Institutionen an der „Kulturmeile“, standen auf der anderen Seite Prostitution und das Zentrum der Bremer Drogenszene mit allen Begleiterscheinungen gegenüber. So war es zeitweise alltäglich, als Passant mit der Frage „Haste mal 'ne Maak?“ von Süchtigen angebettelt zu werden oder unverholen „Stoff“ angeboten zu bekommen, vor allem an der berüchtigten Sielwallkreuzung. Diese war in der Vergangenheit wiederholt auch Schauplatz von gewaltsamen Zusammenstößen politischer oder pseudopolitischer Gruppierungen, wie den Autonomen mit der Polizei. Berüchtigt waren die wiederkehrenden Krawalle in der Silvesternacht, die teilweise an Zustände wie im Krieg erinnerten.

Der Ziegenmarkt im Steintor im Viertel - Bremen sehenswert

Brennpunkt Ziegenmarkt: Schwerpunkt der Prostitution gegenüber in der Helenenstraße und Drogenhandel davor , aber Mittwochs ist Ökomarkt - schräge Kombination und typisch für das Viertel

 

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Karte

 

Weitere Informationen

http://dasviertel.de

tischlerei museum
Köpkenstraße 18
28203 Bremen
http://tischlerei-museum-bremen.de
Tel.: 0421 / 171703

Kulturzentrum Lagerhaus Bremen e.V.
Schildstraße 12-19
28203 Bremen
Tel.: 0421 / 701000-10
E-Mail:info@kulturzentrum-lagerhaus.de
http://www.kulturzentrum-lagerhaus.de

Kino: http://www.bremerfilmkunsttheater.de/site/aktuell.html

 

Domsheide

Wie der Name schon vermuten lässt, liegt die Domsheide nicht weit vom Dom entfernt, genau genommen nur einen Steinwurf. Vorbei am denkmalgeschützen Börsenhof A, einem Geschäfts- und Kontorhaus, das zwischen 1861 und 1864 gegenüber dem Dom erbaut und zur Jahrtausendwende umgebaut wurde, steht man schnell an einem der wichtigsten Knotenpunkte des öffentlichen Personennahverkehrs in der Innenstadt. Hier fahren vor allem die Straßenbahnen in fast alle Richtungen wie Flughafen, Viertel, Hauptbahnhof, Universität und Überseestadt.
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Domsheide - Bremen sehenswert

 

Schnoor

Bremens ältestes erhaltenes Stadtviertel ist der Schnoor. In früheren Zeiten wurde das Viertel hauptsächlich von Fischern und Seeleuten bewohnt, denn hier verlief die Balge, ein Nebenarm der Weser, und hier befand sich einer der ersten Häfen Bremens. Viele der kleinen Häuschen stammen aus dem 17. Jahrhundert oder sind nach historischen Vorlagen nachgebaut worden. Das 1402 auf Grundmauern aus dem Mittelalter errichtete Haus Nr.15 in der Gasse Schnoor ist neben dem Packhaus (1401) jedoch eines der ältesten Bauten im Schnoor.
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Schnoor - Bremen sehenswert

 

Wallanlagen

Fast gänzlich rund um die Altstadt erstreckt sich eine im Zickzack verlaufende Parklandschaft mit einem Wassergraben. Es handelt sich dabei um die letzten offen sichtbaren Überbleibsel der Befestigungsanlagen, die die Altstadt und Teile der Neustadt bis Anfang des 19. Jahrhunderts umgab. Mit dem Umbau zu einer Gartenlandschaft hatte man 1802 mit dem ersten Abschnitt zwischen Weser und Herdentor begonnen.
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Altmannshöhe - Bremen sehenswert

 

Kunsthalle

Den Kernbestand der Sammlung der Kunsthalle stellt europäische Malerei vom Mittelalter bis in die Gegenwart dar. Einen Schwerpunkt bildet darunter die französische Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts, die vor allem durch eine der größten Delacroix-Sammlungen repräsentiert wird. Der deutsche Impressionismus ist ein weiterer Schwerpunkt. Gezeigt werden Werke unter anderem von Liebermann, Corinth und Slevogt. Mit Heinrich Vogeler, Otto Modersohn und anderen sind auch die Malerinnen und Maler aus der bekannten Künstlerkolonie Worpswede nahe Bremen vertreten.
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Kunsthalle - Bremen sehenswert

 

Focke-Museum

Jede Stadt hat ihre Geschichte und in vielen Städten gibt es ein Museum, in dem eben diese erzählt wird. In der Hansestadt ist es das Focke-Museum im Ortsteil Riensberg, in dem die Stadthistorie am anschaulichsten präsentiert wird. Das „Bremer Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte“ entstand 1924 durch die Zusammenlegung zweier Sammlungen, dem 1884 gegründeten Gewerbemuseum und dem sechs Jahre später gegründeten „Historischen Museum für bremische Altertümer“, dessen bereits 1922 gestorbener Gründer auch zum Namensgeber des heutigen Museums wurde.
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Focke-Museum - Bremen sehenswert

 

Neustadt

Seit etwa 1820 wurden in Bremen Zigarren hergestellt, zum Teil in Heimarbeit. Bereits gut 30 Jahre später waren rund 10.000 Menschen mit der Herstellung der Rauchwaren beschäftigt, etwa jeder sechste Bremer. Bis zu 1.000 Zigarren stellte ein Zigarrenmacher am Tag her, Arbeitstage mit 12 bis 14 Stunden waren da durchaus üblich. Vielfach bezahlten sie Vorleser dafür, dass sie ihnen während ihrer Tätigkeit aus Zeitungen und politischen Schriften, darunter oft sozialistische, vorlasen. Zur Durchsetzung und Wahrung ihrer Rechte gründeten sie 1849 die erste Gewerkschaft.
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Neustadt - Bremen sehenswert

 

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Ostertor im Viertel mit Cinema - Bremen sehenswert