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Bremen sehenswertMarktplatz

 

Einst wie in der Gegenwart ist der Marktplatz das machtpolitische Zentrum Bremens und heute ebenso Anziehungspunkt für Tausende von Touristen, was ohne Zweifel auch auf das besondere architektonische Ambiente zurückzuführen ist. Fast unauffällig und schmucklos nimmt sich die Bürgerschaft, das Bremer Parlament, in der Nachbarschaft zu dem prächtigen Alten Rathaus aus. Der Entwurf für das Haus der Bremischen Bürgerschaft war nicht unumstritten, mehrfach musste der Gewinner der Ausschreibung für den Neubau 1961, der international bekannte Architekt Wassili Luckhardt, seine Pläne für das Gebäude abändern, bevor es schließlich 1966 eröffnet werden konnte.

Bremen - Blick auf die Bürgerschaft mit dahinter liegendem Dom

Blick auf die Bürgerschaft, dahinter erhebt sich der Dom

Unumstritten attraktiv ist dagegen das besagte Alte Rathaus, das Anfang des 15. Jahrhunderts errichtet wurde. Das liegt vor allem an der Renaissance-Fassade, die der Bau zwischen 1605 und 1616 erhielt. Mit dem dahinter gelegenen Neuen Rathaus und dem Roland, einem Ritterstandbild aus Sandstein, das seit 1404 mit Blick in Richtung Dom auf dem Marktplatz steht, bildet das Alte Rathaus das Ensemble, das seit 2004 auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO zu finden ist. Neben dem Westeingang zur unteren Rathaushalle findet sich übrigens eines der Wahrzeichen der Stadt, die Bremer Stadtmusikanten.

Bremen - Blick auf das Alte Rathaus, rechts das angrenzende Neue Rathaus

Blick auf das Alte Rathaus, rechts das Neue Rathaus und links die Liebfrauenkirche

Gegenüber dem Rathaus steht das Haus der Kaufmannschaft, der Schütting. Das die Kaufleute sich im 16. Jahrhundert einen derart mächtigen Bau dort errichteten, könnte damals auch als deutliche Positionierung gegenüber den politischen Machthabern in der Stadt verstanden worden sein. Die eben ihrerseits rund 70 Jahre später das Rathaus mit neuer Fassade aufhübschen ließen. Die kleine recht unscheinbare Gasse auf der linken Seite des Schütting führt zur verkehrsfreien Böttcherstraße, einer der sehenswertesten Straßen Bremens.

Bremen - Marktplatz - Kaufmannshäuser gegenüber der Bürgerschaft

Kaufmannshäuser gegenüber der Bürgerschaft

Vor der Kulisse der Kaufmannshäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert gegenüber der Bürgerschaft lässt sich bei einem erfrischenden Getränk an einem der Café-Tische auf dem Marktplatz gut ein Päuschen einlegen. Von hier hat man den ganzen Marktplatz und den Dom gut im Blick und man könnte sich fast in eine andere Zeit zurück versetzt fühlen, würde die Bürgerschaft nicht architektonisch etwas aus dem Rahmen fallen und würde nicht die Straßenbahn in regelmäßigen Abständen vorbeirumpeln.

Im Oktober findet auf dem Marktplatz parallel zum großen Freimarkt auf der Bürgerweide zwischen Bahnhof und Messehallen der kleine Freimarkt mit Buden und Karussels statt, zwei Monate später in der Vorweihnachtszeit wird hier der Weihnachtsmarkt veranstaltet, dann duftet es verführerisch und vielfarbiges Licht erleuchtet abends das Ensemble.

Bremen - Münzeinwurf ins Bremer Loch

Münzeinwurf in das Bremer Loch

Vergleichsweise jung ist dagegen das sogenannte Bremer Loch nahe den Treppen der Bürgerschaft. Dabei handelt es sich um eine 90 Zentimeter tiefe öffentliche Spendendose, die in den Boden eingelassen ist und von einem im Durchmesser 50 Zentimeter großen Bronzedeckel verschlossen wird, den man im Vorübergehen auch für einen Gullydeckel halten könnte. Die Einrichtung geht auf die Initiative der Wilhelm Kaisen Bürgerhilfe zurück, einer wohltätigen Organisation in der Hansestadt. Seit 2007 fordert die Aufschrift "Kreih nich, jaul nich, knurr nich, segg i aa - doh wat rin in't Bremer Loch" (In Anspielung auf die Stadtmusikanten: krähe nicht, jaule nicht, knurre nicht, sag' ja - tue was 'rein ins Bremer Loch) den vorübergehenden Passanten auf, die eine oder andere Münze in den Schlitz zu stecken. Der Spender wird nach dem Einwurf mit einem der vier Tierlaute belohnt, die über eine Fotozelle ausgelöst digital von einem Chip kommen.

 

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ALLES IM BLICK: DIE GESAMTÜBERSICHT

 

Rathaus

Das ursprüngliche Alte Rathaus am Marktplatz wurde zwischen 1405 und 1412 errichtet. Von dem eher schlichten spätgotischen Backsteinbau sieht man heute nicht mehr viel. Die Renaissance-Fassade, die heute dem von der UNESCO geschützten Bau das schmucke Aussehen verleiht, wurde zwischen 1608 und 1614 von Lüder von Bentheim errichtet. Besonders oberhalb der Arkaden ist sie üppig verziert mit verschiedenen Darstellungen aus antiken Mythologien, die sich mit christlicher Symbolik, stadtbremischen Symbolen und anderen Darstellungen auf eigenwillige Weise mischen.
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Rathaus am Marktplatz - Bremen sehenswert

 

Roland

Auf dem Marktplatz vor dem Rathaus steht seit 1404 der Roland, ein 5,55 Meter (in Gänze 10,21 Meter) hohes Ritterstandbild aus Sandstein mit gezogenem Schwert und Schild vor der Brust. Wie in zahlreichen anderen Städten Europas, steht auch der Roland in Bremen als Symbol für die Freiheit der Stadt, die in früherer Zeit aus dem Marktrecht und der eigenen Gerichtsbarkeit resultierte.
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Roland - Bremen sehenswert

 

Der Schütting

Der Schütting, das Haus der Kaufmannschaft, früher das Gilde- und Kosthaus. Der zwischen 1537 und 1538 von einem Antwerpener Baumeister im Stil der flandrischen Renaissance errichtete Bau ist bereits der zweite Schütting an dieser Stelle. Bis heute fast gänzlich im Original erhalten geblieben ist der Ostgiebel, der 1565 von einem bremer Steinmetz geschaffen wurde. Eine Neugestaltung der marktseitigen Front im Jahre 1595 brachte eine stilistische Veränderung zur Weserrenaissance.
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Der Schütting am Markt - Bremen sehenswert

 

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Blick über den Marktplatz mit dem Schütting, dem Bremer Roland, den Kaufmannshäusern und den Arkaden des historischen Rathauses - Bremen sehenswert