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Bremen sehenswertStephaniviertel

 

Hinstorisches Gebäude von 1906 an der Brill-Kreuzung - Bremen sehenswert

Historische Fassade von 1906 an der Ecke der Straße Am Brill. Links im Bild: die Bronze-Skulptur Affentor des Bildhauers Jörg Immendorff, das seit 2007 hier steht

Das Stephaniviertel bildet den westlichen Abschluss der Altstadt und Keimzelle Bremens und gehört damit zu den ältesten Vierteln der Stadt. Bereits 1050 gründete Erzbischof Adalbert I. eine Priorei zu Ehren des Heiligen Stephan. Die auf einer Düne gelegene Priorei wurde in der deutschen Übersetzung Steffensberg (mons sancti Stephani) genannt. Adalberts erzbischöfliche Nachfolger richteten eine Pfarrei ein und ließen eine erste Kirche in dem dann auch Steffensstadt genannten Stephaniviertel bauen. Nachdem diese im 13. Jh. abbrannte, wurde eine neue Kirche errichtet, von der in der heutigen St. Stephani-Kirche noch Chor und Querschiff weitgehend erhalten sind. Das Hauptschiff dieser Kirche wurde Neujahr 2007 zu Bremens erster Kulturkirche. Seither finden die Gottesdienste der Gemeinde im Nordschiff statt, wie zerstörungsbedingt in den Nachkriegsjahren.

Die bis in das Stephaniviertel verlaufende Langenstraße gilt als älteste Kaufmannsstraße Bremens. So verwundert es auch nicht, dass in der Vergangenheit häufiger bei Erdarbeiten historische Zeugnisse freigelegt und im Anschluss die Landesarchäologen tätig wurden. 2003/04 wurden beispielweise anlässlich des Baus des Hotels Überfluss in der Langenstraße noch heute sichtbare Mauerreste aus Findlingen gefunden, die vermutlich zu einem feuerfesten Speicher- und Wohnturm aus der Zeit um 1200 gehörten. Wiederholt wurde auch importierte Irdenware zutage gefördert, etwa aus dem 13. und frühen 14. Jh. bei Arbeiten 2013 auf der dem Hotel gegenüber liegenden Straßenseite.

Im Bereich der benachbarten quer verlaufenden Straßen Fangturm und Wenkenstraße verlief um 1229 eine Stadtmauer, die nur einen Teil des noch unbefestigte Stephaniviertel mit in die heutige Altstadt einschloss. Tatsächlich stand zu jener Zeit hier der namensgebende Turm als Abschluss der schützenden Mauer direkt an der Weser. Der von außen betrachtet achteckige Bau aus großen Klosterformatziegeln besaß 3 Meter dicke Wände und war teilweise mit Sandstein verkleidet. Mitte des 16. Jh. wurde er zwar als Teil der Verteidigungsanlagen nicht mehr benötig, da schon im 14. Jh. unter Erhalt und Weiternutzung der alten eine neue Stadtmauer weiter westlich errichtet worden war, die das Viertel mittlerweile mit einschloss, genutzt wurde er aber als Gefängnis. Später verschwand der überirdische Teil des Turms, das gut erhaltene Untergeschoss wurde aber 1928 beim Bau der Städtischen Pfandleihe wiederentdeckt, ausgebaut und als Tresorraum genutzt, bis zur fast gänzlichen Zerstörung des Stephaniviertels durch Fliegerbomben im Oktober 1944.

Der Rufer von Gerhard-Marcks im Stephaniviertel - Bremen sehenswert

Die Bronze-Statue "Der Rufer" von Gerhard Marcks

Nicht weit von der Stelle entfernt steht ein Mann und scheint über die Weser zu rufen - ohne dass ein Ton erschallt. Die drei Meter hohe Bronze-Statue "Der Rufer" stammt von dem Bildhauer Gerhard Marcks, der auch die Bremer Stadtmusikanten neben dem Alten Rathaus sowie die Skulptur der Ägina im Theatergarten in den Wallanlagen geschaffen hat. Von dem "Rufer" gibt es zwar mehrere Abgüsse, die an verschiedenen Orten aufgestellt wurde, sogar in Perth in Australien, aber "Der Rufer" an der Weser ist das Original, das der Künstler 1966 im Auftrag von Radio Bremen fertigte. Neben der zeitlosen Darstellung von Rundfunk und Fernsehen sind in Unkenntnis des Auftraggebers auch andere Interpretationen möglich. Am 24. November 1967 wurde die Skulptur am alten Standort der Fernsehabteilung des Senders in der Hans-Bredow-Straße enthüllt. Mit der Zusammenlegung von Fernsehen und Radio im neuen Gebäude im Stephaniviertel 2007 zog auch "Der Rufer" mit an die Weser.

Viel von dem historischen Baubestand haben die Bomben nicht übrig gelassen. An der Brillkreuzung, an der die Weser querende verkehrsreiche Bürgermeister-Smidt-Straße das Stephaniviertel von dem Rest der Altstadt trennt, zieht die historisierende Fassade eines 1906 mit Stilelementen aus Barock, Renaissance und Jugendstil erbauten Eckgebäudes des Berliner Architekten Wilhelm Martens die Blicke auf sich (Foto Textanfang). Noch residiert hinter den Mauern die Sparkasse Bremen.

Ab den Nebenstraßen Wenkenstraße/Hankenstraße heißt die das Stephaniviertel in Ost-West-Richtung durchziehende Hauptstraße Faulenstraße, weshalb mitunter auch von Faulenquartier die Rede ist. Namensgebend ist nicht die Sage von den „Sieben Faulen“, deren Häuser der Bremer Schriftsteller Friedrich Wagenfeld kurz vor Mitte des 19. Jh. hier verortete, sondern wohl die mittelalterliche Bezeichnung für „schlecht“ bzw. „dreckig“, denn 1365 wurde sie erstmals als Vulenstraße erwähnt. Faulenstraße heißt sie nach mehreren Namensänderungen seit 1945.

Kapitänshaus und das Haus der Architektenkammer im Stephaniviertel - Bremen sehenswert

Kapitänshaus in der Faulenstraße und das Haus der Architektenkammer in der Straße Geeren

Mit der Hausnummer 17 ist in der Faulenstraße ein Giebelhaus erhalten geblieben. Der seit 1973 denkmalgeschützte Bau mit seiner neobarocken Fassade aus der Mitte des 19. Jh. wurde ehemals als Pack- und Lagerhaus errichtet und wird auf die Zeit um 1790 datiert. Der auftraggebende Kapitän war nicht der einzige aus der Schifffahrt, der in dem Viertel aktiv war, viele Reedereien und Schiffsmakler hatten hier ihre Kontore. Über die Stadtgrenzen hinaus bekannt wurden die Drogerie und der Chemikaliengroßhandel, die Hermann Zinke ab 1902 in den Räumlichkeiten im Erdgeschoss betrieb, seine Nachfolger schlossen erst 2012.

 

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Stadtwaage

In direkter Nachbarschaft zum Marktplatz und nahe dem Schütting, dem Haus der Kaufmannschaft, steht in der Langenstraße die Stadtwaage. Die Langenstraße war im Mittelalter eine von Bremens Hauptverkehrsstraßen und gilt als älteste Kaufmannsstraße der Stadt. Die Existenz eines Waagehauses in dieser Straße geht bis auf das Jahr 1440 zurück. Doch schon davor, dokumentiert seit 1330, gab es in Bremen wie an jedem größeren Handelsplatz im Mittelalter eine Stadtwaage.
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Stadtwaage in der Langenstraße - Bremen sehenswert

 

Bremer Stadtmusikanten

An der linken Breitseite des Alten Rathauses, neben dem Eingang zur unteren Rathaushalle stehen in Bronze gegossen die Helden eines weltweit bekannten Märchens – die Bremer Stadtmusikanten. Dabei ist es bis heute ein strittiger Punkt, ob die ungleichen Vier – Esel, Hund, Katze und Hahn – überhaupt bis nach Bremen gekommen sind, denn darüber gibt das Märchen nicht wirklich schlüssig Auskunft. Aber vielleicht ist das auch gar nicht so wichtig, denn auf die in dem Märchen transportierte Botschaft kommt es an.
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Die Bremer Stadtmusikanten - Bremen sehenswert

 

Sieben Faule

Neben den Bremer Stadtmusikanten gibt es ein weiteres, allerdings weit weniger bekanntes Märchen, dessen Schauplatz die Hansestadt ist, nämlich „Die sieben Faulen“ aus der Feder des Bremer Schriftstellers Friedrich Wagenfeld (1810-1846). Wie den Bremer Stadtmusikanten wurde auch den Helden aus dieser Geschichte in der Stadt ein Denkmal gesetzt. In der Böttcherstraße begegnet man den vermeintlich faulen Brüdern gleich an zwei Orten.
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Sieben Faule - Bremen sehenswert

 

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