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Bremen sehenswertDeutsches Auswandererhaus Bremerhaven

 

Bremerhaven Deutsches Auswandererhaus - Bremen sehenswert

Weltkugel über dem Eingang des Deutschen Auswandererhauses

Es gibt Sätze, die bleiben in Erinnerung. So auch der Satz, den Kanzlerin Merkel am 31. August 2015 sagte: „Wir schaffen das.“ Gemeint war die Aufnahme von für das Jahr erwarteten 800.000 Flüchtlingen vor allem aus dem Bürgerkriegsland Syrien. Für die Volkswirtschaft eines der reichsten Länder der Erde ist die Aussage richtig, nur das praktische Handling erwies sich aus Verwaltungssicht an vielen Stellen als suboptimal.

Rassismus, wie er in Deutschland leider offen zutage trat und noch immer tritt, ist kein Weg. Soll eine Integration erfolgreich sein, müssen sich beide Seiten bemühen. Die Flüchtlingswelle 2015 war nicht die erste und wird auch nicht die letzte sein, die Deutschland erreicht. Bei der teilweise hitzig geführten Debatte wird gerne vergessen, dass Deutsche in der Vergangenheit selbst oft genug zu Flüchtlingen aufgrund von Krieg, Verfolgung oder wirtschaftlicher Not wurden und woanders von Menschen aufgenommen und so gerettet wurden.

In dem 2005 eröffneten Deutschen Auswandererhaus wird auf knapp 3500 Quadratmetern Ausstellungsfläche die Geschichte der Auswanderung vor allem nach Amerika in fünf Epochen zwischen 1830 und 1974 inszeniert. Insgesamt verließen 7,2 Millionen Menschen von Bremerhaven aus das Land, um jenseits der Ozeane eine neue Heimat zu finden und eine neue Existenz zu gründen. Auch wenn Bremerhaven damals der größte Auswandererhafen an der europäischen Festlandküste war, so begann in Deutschland für viele die Reise auch in Hamburg oder Cuxhaven.

Deutsches Auswandererhaus in Bremerhaven - Bremen sehenswert

Blick auf das Deutsche Auswandererhaus

Vom Wartesaal der dritten Klasse führt der Weg über eine Treppe direkt an den Kai, wo schon Menschen mit ihrem Gepäck der Abreise harren. Kisten mit Versorgungsgütern und Kohle für die Kessel warten ebenso darauf an Bord ihren Platz zu finden. An Bord des Schnelldampfers mit 6 Kesseln und Dreifach-Expansionsmaschine des Norddeutschen Lloyd, der 1888 auf seine Jungfernfahrt von Bremerhaven nach New York ging. 928 Passagiere hatten auf dem Schiff Platz, davon 600 auf dem Zwischendeck und 104 in der 2. Klasse. In der Inszenierung im Auswandererhaus muss ein originalgetreuer Teil der Bordwand mit 8 Metern Höhe und 32 Metern Breite hinter einem Wasserstreifen ausreichen, um die Dimensionen zu verdeutlichen. Der Moment kurz vor dem Abschied.

Aber wer ging an Bord und warum? 150 Jahre Auswanderung und es waren viele Millionen, die Europa in dieser Zeitspanne den Rücken kehrten. „Kein Land, keine Arbeit, keine Rechte“ - es waren Menschen, die keine wirtschaftliche Perspektive für sich selbst etwa in einem Deutschen Reich sahen, das es als Nationalstaat vor 1871 noch gar nicht gab. Und es waren Verheerungen durch Kriege, Verfolgungen aus politischen oder auch aus religiösen Gründen, die Menschen auf die Schiffe trieben, die sie einer ungewissen Zukunft entgegen brachten. Bevor der Weg über die Gangway an Bord führt, kann man sich als Besucher nicht nur die persönlichen Geschichten einzelner erlesen, sondern auch als gesprochenen Text anhören.

An Bord auf den Schiffplanken zeigen Bildschirme zwischen Kofferstapeln Ausschnitte aus originalen Filmdokumenten die Beladung und Abfahrt des 1924 vom Stapel gelaufenen Schnelldampfers „Columbus“ des NDL. In einer Reihe von Kabinen auf dem weiteren Rundgang wird deutlich, wie sehr die Auswanderer in früherer Zeit auf der Überfahrt gelitten haben und auch um ihr Leben fürchten mussten. Denn bis in die 1840er Jahre waren es Segelschiffe, die auf die gefährlich Fahrt über den Atlantik gingen, viele davon nicht viel länger als 30 Meter. Bis zu 100 Menschen zusammengepfercht unter Deck in einem Raum mit all ihrem Hab und Gut, je zu fünft in einer Koje, breiteten sich nicht nur schnell menschliche Gerüche durch Ausdünstungen und Ausscheidungen aus, sondern auch Krankheiten und Ungeziefer, wie man erfährt. Und so manche Bark drohte bei schwerer See auf der mehr als 50-tägigen Reise zu sinken.

Ab 1870 waren die Schiffe auf der Linie nahezu alle dampfbetrieben und aus Eisen gefertigt. Mit dem Beginn der Stahlfertigung ab 1890 wurden die Schiffe nochmals größer und dank Weiterentwicklung der Antriebstechnik mit Doppelschrauben nochmals schneller. Doch nicht nur das, die Reise wurde für die Passagiere immer angenehmer und luxuriöser, zumindest für die 1. und 2. Klasse. Bilder zeigen prächtig im Stil des Rokoko ausgekleidete Salons, Schwimmen im Pool unter und Tanzveranstaltungen an Deck.

Auch wenn in größerem Maßstab Emiration von Europa auch nach Australien, Kanada und Südamerika stattfand, wie die Ausstellung zeigt, bleibt der Fokus auf der Einwanderung in die USA, die mit der Inszenierung der Ankunft auf Ellis Island und schließlich Grand Central Terminal in New York City endet.

Alles nur Erfolgsgeschichten wie die vom Tellerwäscher, der zum Millionär wurde? Nein, die Dokumentation zeigt, die Gründung einer neuen Existenz in der neuen Heimat zu unterschiedlichen Zeit auch unterschiedlich schwer war und oft mit harter Arbeit verbunden.

Den 150 Jahren Auswanderung stehen 300 Jahre Einwanderung gegenüber, die die zweite Hälfe des Rundgangs zum Thema hat. Döner, Pizza, Käse, Nudeln oder gar die Kartoffel, wer fragt in unserem Alltag danach, wer die Bereicherung unserer Kultur ins Land gebracht hat, die wir so selbstverständlich angenommen haben?

Man bekommt in der Ausstellung im Deutschen Auswandererhaus ein intensives Gefühl, was es bedeutet, auszuwandern und dabei vieles zurückzulassen oder einzuwandern in eine einem selbst zunächst fremde Kultur, mit der eigenen aber im Gepäck. Es braucht Toleranz, Akzeptanz, aber auch Regeln und eine verbindende gemeinsame Sprache, um Vorbehalte und Ängste zu überwinden. Es sind die vielen Fotos realer Personen und deren reale Schicksale in der Fremde oder auch hier, die man in der Ausstellung nachlesen oder sich über Ohrhörer erzählen lassen kann, und nicht zuletzt die Menschen, die in den Filmen im Roxy Kino zu Wort kommen, die das Dargestellte so lebendig und emotional erlebbar machen und letztlich zeigen, wie Emigration und Immigration über Jahrhunderte in vielen Teilen der Welt erfolgreich funktionierte.

Für diese emotional mitreißende Inszenierung mit geschichtlich fundiertem Hintergrund erhielt das Haus 2007 den Europäischen Museumspreis.

Auswandererdenkmal beim Zoo am Meer in Bremerhaven - Bremen sehenswert

Das 1986 von der German-American Memorial Association (Philadelphia, USA) errichtete Denkmal für die nach Amerika immigrierten deutschen Auswanderer steht auf dem Willy-Brandt-Platz zwischen Zoo am Meer und Außenweser, neben dem Landungssteg für die Helgolandfahrten

Anmerkung: Wir hätten Ihnen gerne auch Fotos aus dem Auswandererhaus gezeigt, aber es werden keine Aufnahmen zur öffentlichen und kommerziellen Nutzung erlaubt.

 

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Karte

 

Weitere Informationen

Deutsches Auswandererhaus
Columbusstraße 65
27568 Bremerhaven
Tel.: 0471 / 90 22 0 – 0
Fax: 0471 / 90 22 0 – 22
Geöffnet: März - Oktober: tägl. 10 - 18 Uhr, November - Februar tägl. 10 - 17 Uhr
E-Mail: info@dah-bremerhaven.de
dah-bremerhaven.de

 

Bremerhaven - Zoo am Meer

Neben den Hafenanlagen aus dem 19. Jh. ist der Zoo am Meer die älteste Sehenswürdigkeit auf dem Areal zwischen Weser und Fußgängerzone, er wurde bereits 1928 unter dem Namen „Tiergrotten“ eröffnet. In den Gehegen der Anlage leben Eisbären, Robben, Pinguine, diverse Vogelarten wie Basstölpel und Keas, Reptilien wie Schildkröten und ein Leguan, Waschbären, Polarfüchse, Pumas, Affen und andere - insgesamt fast 50 Tierarten.
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Krake im Zoo am Meer - Bremen sehenswert

 

Bremerhaven Havenwelten

Mit dem direkt hinter dem Weserdeich 147 Meter in die Höhe ragenden ATLANTIC Hotel SAIL City hat Bremerhaven seit Anfang 2008 nicht nur ein neues höchstes Gebäude, sondern auch einen neuen Blickfang in der weserseitigen Skyline. Architektonisch wird der Bau einer Seestadt absolut gerecht, wie ein mächtiger gerundeter Schiffsaufbau präsentiert sich das Hotel. In der 20. Etage auf 77 Metern Höhe befindet sich eine Aussichtsplattform (SAIL City) die auch für Nichtgäste zugänglich ist.
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Bremerhaven - Bremen sehenswert

 

Cuxhaven - ein Tagesausflug

Früher galt Cuxhaven für viele Menschen als ein Tor zur Welt. Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts war die Hafenstadt, ebenso wie Bremerhaven, ein wichtiger Zwischenstopp für die zahlreichen Auswanderer auf ihrem Weg in die Neue Welt. Durch die zwischen 1900 und 1902 errichteten HAPAG-Hallen gelangten sie zu den Schiffen, die an einem eigenen Anleger festmachten und sie einer Zukunft voller Hoffnungen entgegenbringen sollten. Ausstellungen in den Hallen informieren heute über diesen Exodus.
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Cuxhaven - Bremen sehenswert

 

Helgoland - ein Tagesausflug

Deutschlands einzige vermeintliche Hochseeinsel ist jedes Jahr Ziel Tausender Besucher, die meisten davon Tagestouristen in den wärmeren Monaten. Und ja, zugegeben, Helgoland liegt nicht soooo ganz unmittelbar im Umland Bremens. Aber sie ist als Tagesausflug von Bremerhaven zu erreichen, weshalb wir mal vorbei geschaut haben.
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Helgoland - Bremen sehenswert

 

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