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Von der Innenstadt zum Weserwehr & zurück

 

Von der Tiefer bzw. dem Altenwall, dem Weseruferabschnitt vor dem Schnoor und schräg gegenüber der DGzRS, dem Olbers-Planetarium und der Walter-Stein-Sternwarte am anderen Ufer, führt ein schöner Weg für Fußgänger und Radfahrer direkt am Wasser entlang flussaufwärts Richtung Weserwehr. Der Weg verläuft zunächst asphaltiert am Fuß der unbebauten Seite des Osterdeiches, der sich vorbei an den dahinterliegenden Ortsteilen Ostertor, Steintor, Peterswerder bis nach Hastedt, das erst seit 1803 zu Bremen gehört, am östlichen Ufer der Weser erstreckt. Der Deich entstand in der Zeit zwischen 1850 und 1893 und wurde nötig, nachdem Vorgängerdeiche immer wieder gebrochen waren und nachdrängendes Wasser für weitreichende Überschwemmungen gesorgt hatte. 1881 schließlich versanken vorübergehend sogar fast weite Teile der Stadt während eines Hochwassers in den Fluten. Seit etwa Mitte des 19. Jahrhunderts ist die Deichkrone befahrbar, wenig später wurden Bäume gepflanzt. Wohlhabende Bürgerinnen und Bürger der Stadt bauten sich hier Villen und die Allee entwickelte sich zu einer Art Flaniermeile. Nach dem Ausbau der Straße 1930 steppt verkehrsmäßig heute hier fast ganztägig der Bär, da die zweispurige Strecke eine wichtige Verbindungsstraße für den innerstädtischen Verkehr und überregional auch zur Autobahn A1 ist. Für die verbliebenen sehenswerten Häuser am Osterdeich haben die meisten Autofahrerinnen und Autofahrer keinen Blick.

Straße Tiefer, Liegeplatz des Theaterschiffs und des Veranstaltungsschiffs MS Treue - Bremen sehenswert

Straße Tiefer, hier liegen an den Dalben das Theaterschiff und Betonschiff "MS Treue", auf dem häufig Veranstaltungen stattfinden

Unten in der Grünanlage des Deiches ist es dagegen vergleichsweise ruhig und man erreicht bald an dem kleinen Schiffsanleger die Höhe des Sielwalls. Als Siel bezeichnet man einen Durchlass in einem Deich, der sich öffnen und verschließen lässt, um den Wasserstand des hinter dem Deich gelegenen Gewässers zu regulieren. Und tatsächlich erstreckte sich im Bereich der heute nahezu im rechten Winkel zum Osterdeich verlaufenden Straße Sielwall sowie der sich daran anschließenden Straße Dobben ein Gewässer, vermutlich ein alter Nebenarm der Weser. Der heute vielbefahrene Dobben wurde 1864 zugeschüttet und von dem ihn regulierenden Siel im Deich ist nur der Name geblieben. Am Ende des Sielwalls steht man übrigens mitten im sehenswerten sogenannten Viertel.

Geblieben ist auch die Bezeichnung des Abschnitts des Osterdeichs vom Wall, wo ehemals die alte Stadtmauer verlief, bis hierher als Punkendeich bzw. Punkenwall. Der heute nicht mehr gebräuchliche Begriff Punke entstammt dem bremischen Sprachraum und meinte eine Prostituierte. Und eben diesen war es im 18. Jahrhundert verboten ihrem Gewerbe innerhalb der Stadtgrenzen nachzugehen, weshalb sie es dann an dieser Stelle vor den Toren der Stadt taten. Die Damen haben längst andere Orte für ihr Gewerbe gefunden, dafür wird der Punkendeich am kleinen Fähranleger alljährlich am Dreikönigstag, dem 6. Januar, zur Bühne für ein etwas kurioses Schauspiel und das seit 1829: die Eiswette. Jedes Jahr geht es dabei um die Frage, ob die Weser geht oder steht, sie zugefroren ist oder nicht, aber lesen Sie selbst ...

Die Sielwallfähre "Ostertor" kurz nach dem Ablegen bei Cafe Sand - Bremen sehenswert

Die Sielwallfähre "Ostertor" kurz nach dem Ablegen bei Café Sand

Diese Frage stellt die Bremer Fahrgastgesellschaft Hal över, die die Sielwallfähre betreibt, nicht, denn im Winter fährt sie nicht. Hol über, was ‘hal över’ aus dem Plattdeutschen übersetzt bedeutet, war der für den Fährmann bestimmte Ruf einen für die Überfahrt vom jenseitigen Ufer abzuholen. Den Ruf kann man sich heute sparen, denn die kleine Personenfähre verkehrt zwischen März und Oktober nach Fahrplan. Eine Fährverbindung über die Weser auf dieser Höhe gibt es bereits seit 1736.

Vom Osterdeich setzt die Fähre über auf den Stadtwerder, eine Halbinsel zwischen Weser und Werdersee bzw. der Kleinen Weser. Der Anleger befindet sich unmittelbar bei Café Sand. Der Name der Gastronomie in einem schlichten lichten Glasbau ist tatsächlich Programm, denn angrenzend erstreckt sich der einzige Sandstrand an diesem Weserabschnitt. Besonders bei schönem Wetter zu den wärmeren Jahreszeiten ist hier viel los, zumal man auch mit dem Auto und dem Fahrrad hierher gelangt. Neben Getränken werden Kuchen und eher rustikalere Speisen angeboten.

Gastronomie, die zu einem Zwischenstopp einlädt, findet sich auch am Osterdeich zwischen Fähranleger und Stadion. Das Bürgerhaus Weserterrassen ist eines von mehreren Bürgerhäusern, in denen ganzjährig Kurse, Treffen und Veranstaltungen stattfinden, darüber hinaus bietet das Café und Bistro „ÜberBlick“ im Haus Kulinarisches inklusive Frühstück. Toll ist der Sommergarten mit 250 Plätzen unter freiem Himmel bzw. im Schatten unter Bäumen mit Blick auf die Weser.

Café Ambiente, ein ehemaliges Ottilie-Hoffmann-Haus - Bremen sehenswert

Charakteristischer Bau: das Café Ambiente

Einen schönen Blick auf die Weser hat man auch vom benachbarten Café Ambiente in einem schmucken von dem Architekten Anton Karst entworfenen Bau. Er ist eines von ehemals neun Ottilie-Hoffmann-Häusern, die es im 20. Jh. in der Stadt gab. Die in Bremen 1835 geborene Pädagogin und Sozialpolitikerin Ottilie Hoffmann war eine der treibenden Kräfte in der Abstinenzbewegung in Deutschland, die in einem gesellschaftsweiten Verzicht auf den Konsum von Alkohol die Lösung vieler gesundheitlicher, gesellschaftlicher und sozialer Probleme sah. Sie gründete den ‘Deutschen Bund abstinenter Frauen’, der ab 1900 auch in Bremen alkoholfreie Speisehäuser eröffnete sowie betrieb und die ihren Namen trugen. Der Bund hieß ab 1924 ‘Deutscher Frauenbund für alkoholfreie Kultur’ und war Auftraggeber für den 1929 fertiggestellten Bau des heutigen Cafés, in dem nun auch alkoholische Getränke ausgeschenkt werden. Ottilie Hoffmann sah diesen Bau jedoch nie, denn sie starb 1925. Die öffentliche Diskussion zum Thema Alkoholkonsum und seine Folgen ist allerdings nach wie vor aktuell.

So auch im nahe gelegenen 1947 errichteten Weserstadion. Fliegende Flaschen und allzu betrunkene Zuschauer, sowie nun auch größere Taschen oder Rucksäcke gehören im Stadion der Vergangenheit an, weil Verbote ausgesprochen und konsequent durchgesetzt wurden. Die Fangemeinde des 1899 gegründeten Clubs ‘SV Werder Bremen’ gilt als eine der treuesten in der 1. Bundesliga. Und vielleicht auch als eine der leidensfähigsten, denn der viermalige Deutsche Meister und mehrmalige Pokalsieger stellt die Nerven die grün-weiße Anhängerschaft seit einiger Zeit durch heftige Leistungsschwankungen bis zum Bangen um den Klassenerhalt auf eine bisweilen harte Probe.

Durch dem Sturm „Xaver“ im Herbst 2013 wäre neben den Profikickern fast auch Wasser aus der Weser in das nach Umbauten zwischen 2007 und 2009 rund 42.000 Zuschauer fassende Station eingelaufen. Der Bau mit einer flächendeckenden Photovoltaik-Anlage auf dem Dach liegt in der Pauliner Marsch, die nicht nur als Erholungsgebiet, sondern auch als Überschwemmungsgebiet für den in diesem Bereich noch tideabhängigen Fluss ausgewiesen ist. Nur etwa 6 cm höher und der damals 5,50 Meter hohe Schutzdeich wäre überspült worden. Danach nahmen die Betreibergesellschaft des Stadions und das Wirtschaftsressort des Senats Millionen in die Hand, um den Deich an der Südtribüne um einen Meter zu erhöhen, sowie ein Bodenentwässerungssystem und ein mobiles Spundwandsystem mit einer Höhe bis zu 2,10 m zu installieren.

Weserstadion mit seiner Außenhaut aus Solarpanelen - Bremen sehenswert

Das Weserstadion mit Solarpanelen verkleidet

In den 90er Jahren wurde das Stadion vorübergehend zur Konzertarena für internationale Musikgrößen wie U2, Bon Jovi, Bryan Adams und Michael Jackson. Wer nicht mehr hinein kam oder wollte, saß nebenan am Osterdeich und lauschte von dort oder anderswo. Planungen den Konzertbetrieb wieder aufzunehmen, können seit 2017 Taten folgen, denn das Bauressort der Stadt hat für Veranstaltungen bis 38.000 Zuschauern grünes Licht gegeben.

Wer übrigens mehr zur Historie des Sportvereins erfahren möchte, kann seit 2004 an der Nordseite im ‘Wuseum’, dem vereinseigenen Museum, vorbeischauen.

 

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ALLES IM BLICK: DIE GESAMTÜBERSICHT

 

Weitere Informationen

www.cafe-sand.de

www.hal-oever.de

www.cafe-ambiente.de

www.weserterrassen.com

www.werder.de/fankurve/stadionerlebnis/wuseum/

www.bremer-baeder.de

www.juergenshof.com

www.sportgarten.de

www.derkuhhirte.de

www.stellplatz-bremen.de

Schnoor

Bremens ältestes erhaltenes Stadtviertel ist der Schnoor. In früheren Zeiten wurde das Viertel hauptsächlich von Fischern und Seeleuten bewohnt, denn hier verlief die Balge, ein Nebenarm der Weser, und hier befand sich einer der ersten Häfen Bremens. Viele der kleinen Häuschen stammen aus dem 17. Jahrhundert oder sind nach historischen Vorlagen nachgebaut worden. Das 1402 auf Grundmauern aus dem Mittelalter errichtete Haus Nr.15 in der Gasse Schnoor ist neben dem Packhaus (1401) jedoch eines der ältesten Bauten im Schnoor.
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Schnoor - Bremen sehenswert

 

DGzRS - die Seenotretter

Wer heute in Seenot gerät hat selbst weiter draußen auf dem Wasser weitaus bessere Chancen auf Hilfe als früher, dank moderner Technik und Menschen, die sich professionell kümmern. An der deutschen Nord- und Ostseeküste sind das vor allem die rund 1000 festangestellten und freiwilligen Männer und Frauen der DGzRS, der Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger - kurz auch ‘Die Seenotretter’. Allein im Jahr 2016 wurden bei mehr als 2.000 Einsätzen 677 Menschen gerettet. Seit Gründung der Gesellschaft konnte 84.000 Menschen geholfen werden.
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Seenotkreuzer - Bremen sehenswert

 

Sternwarte & Planetarium

An ausgewählten Tagen können auch Besucher einen Blick durch die großen stationären und die kleineren mobilen Teleskope der Walter-Stein-Sternwarte werfen, die dann auf der Terrasse aufgestellt werden. Im Olbers-Planetarium im selben Haus halten Mitglieder der Gesellschaft Vorträge zu wechselnden Themen. Das 1952 eröffnete Olbers-Planetarium gehört mit seiner Kuppe von 6 Metern Durchmesser zu den Kleinplanetarien. Für die Besucher stehen 35 Plätze (auch behindertengerecht) zur Verfügung.
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Sternwarte und Planetarium - Bremen sehenswert

 

Kunsthalle

Den Kernbestand der Sammlung der Kunsthalle stellt europäische Malerei vom Mittelalter bis in die Gegenwart dar. Einen Schwerpunkt bildet darunter die französische Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts, die vor allem durch eine der größten Delacroix-Sammlungen repräsentiert wird. Der deutsche Impressionismus ist ein weiterer Schwerpunkt. Gezeigt werden Werke unter anderem von Liebermann, Corinth und Slevogt. Mit Heinrich Vogeler, Otto Modersohn und anderen sind auch die Malerinnen und Maler aus der bekannten Künstlerkolonie Worpswede nahe Bremen vertreten.
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Kunsthalle - Bremen sehenswert

 

Das Viertel

Auch wenn das Gebiet um die beiden Straßenzüge Ostertor und Steintor mit ihren vielen kleinen Nebenstraßen noch zum Stadtteil Mitte gehört, wird das Quartier von den Bremerinnen und Bremern schlicht nur das „Viertel“ genannt. Es wird geliebt, gehasst, gefürchtet und vieles mehr. Wohl in keinem anderen Stadtteil der Hansestadt traten über Jahrzehnte hinweg die Kontraste so offen und teilweise auch gewalttätig zutage wie im Viertel.
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Das Viertel - Bremen sehenswert

 

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