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Bremen sehenswertWilhelmshaven am Jadebusen (2)

 

Schon wenige Jahre nach der Fertigstellung der Marineanlage in Wilhelmshaven wurde der Hafenbereich erweitert, etwa durch eine heute von zwei Seiten abgeschnittene 1909 eingeweihte dritte Einfahrt mit Doppelschleuse und musste auch später dem Flächenbedarf und den immer größer werdenden Schiffen angepasst werden, schließlich waren hier mehrere Linienschiffe dauerhaft stationiert. Seit 1888 mündet auch der nach achtjähriger Bauzeit vollendete Ems-Jade-Kanal in Wilhelmshaven in die Häfen und von dort in den Jadebusen. Die Verbindung zwischen den Gewässern wird bis heute als Wasserverkehrsweg mit zahlreichen Gewerbeansiedlungen zu beiden Ufern genutzt und dient der Entwässerung weiter Teile Ostfrieslands, die sonst wohl unbewohnbar wären.

Wilhelmshaven - ehemalige 2. Einfahrt

Ein Schiff wird kommen ... aber nicht weit: die ehemalige 2. Einfahrt, 1869 fertiggestellt, endet heute am Deich, dahinter ist ein See geblieben

Weitab von Wilhelmshaven war 1895 das heute Nord-Ostsee-Kanal genannte Wasserbauwerk als Kaiser-Wilhelm-Kanal feierlich eingeweiht und später in siebenjähriger Bauzeit bis 1914 massiv ausgebaut worden, sodass man Flottenteile etwa zwischen dem Marinestützpunkt Kiel und Wilhelmshaven relativ zügig verlegen konnte, ohne den langen Umweg über den Skagerrak nehmen zu müssen.

Kiel - Nord-Ostsee-Kanal

Der Nord-Ostsee-Kanal bei der Schleuse in Kiel bei Abenddämmerung

Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs passierte aber zunächst einmal recht wenig auf dem Wasser, die großen Schlachtschiffe der Hochseeflotte mit mehr als 1.000 Mann Besatzung pro Schiff blieben in Wilhelmshaven liegen. Die Seegefechte bei Helgoland am 28. August 1914 und bei der Doggerbank am 24. Januar 1915 bestritten kleinere Einheiten wie Kreuzer, Zerstörer und Torpedoboote der britischen Royal Navy und der Kaiserlichen Marine, wobei die Männer der letzteren das Nachsehen hatten, rund 2.000 von ihnen starben auf See.

Wilhelmshaven - Flugkörperschnellboot der Gepard-Klasse im Marinemuseum

Mit 42 Knoten (78 km/h) war das Flugkörperschnellboot sehr schnell. Seit Juni 2016 ist das 2014 nach 32 Dienstjahren ausgemusterte Boot Museumsschiff

Und dann liefen die teuer erkauften Schlachtschiffe schließlich doch noch aus dem Reichskriegshafen in Wilhelmshaven aus. Die in der Geschichte der Seefahrt bis dato größte konventionelle Seeschlacht fand vom 31. Mai bis 1. Juni 1916 am Skagerrak statt. 150 Schiffe der britischen Grand Fleet standen 99 deutschen Schiffen und Booten gegenüber. Die Deutschen waren eigentlich mit anderem Auftrag auf dem Weg nach Norwegen gewesen, als die Briten, die den Funkverkehr abgehört und erkannt hatten, dass ihre Pläne für eine Abriegelung des Jadebusens obsolet geworden waren, sie zum Gefecht über teils kilometerweite Distanzen stellten. Am Ende waren 14 britische und 11 deutsche Schiffe untergegangen und hatten 6.094 Menschen auf britischer und 2.551 auf deutscher Seite in den Tod gerissen, darunter den Dichter Gorch Fock. Es war wohl britischen Navigations- und Taktikfehlern zu verdanken, dass die Überlegenheit von 8:5 nicht zu einem Desaster für die deutsche Hochseeflotte und noch mehr Toten führte.

Wilhelmshaven - Christus- und Garnisonskirche von Innen

Das Altarbild von Hugo Schnars-Alquist in der Christus- und Garnisonskirche wurde 1926 am zehnten Jahrestag der Skagerrakschlacht enthüllt. "Durchs Kreuz zum Licht" heißt das Werk, das ein tröstendes Kreuz über der wieder ruhigen menschenleeren See nach der Schlacht zeigt, so die Interpretation.

Für die großen Schiffe gab es bis Kriegsende keinen Einsatz mehr, aber um zu verhindern, dass sie nach Kriegsende zur Beute der Sieger werden, wollte die Admiralität die Hochseeflotte noch einmal im Oktober 1918 zu einer letzten entscheidenden Schlacht gegen die Grand Fleet auslaufen lassen. Zumal die adeligen bzw. großbürgerlichen Befehlshaber und Offiziere schwer mit der Schmach einer Kapitulation umgehen konnten. Lieber mit wehenden Fahnen untergehen ... Aber Unruhen in Wilhelmshaven durch meuternde Matrosen der vor Schillig auf Reede liegenden Flotte und der sich schnell zur Revolution entwickelnde Matrosenaufstand in Kiel infolgedessen führten schließlich dazu, dass kein Marineschiff einen Hafen an der deutschen Küste verließ.

Wilhelmshaven - Torpedokaserne

Am 6. November 1918 befreiten Matrosen die inhaftierten Meuterer aus dem Marineuntersuchungsgefängnis in der Torpedokaserne in der Ebertstraße

Vielmehr wurden 74 deutsche Schiffe nach dem Waffenstillstand im schottischen Scapa Flow bei den Orkney Inseln im November 1918 interniert. Von dort war die britische Flotte gen Skagerrak ausgelaufen, nun lagen die Schiffe des Gegners hier vor Anker. Aber nicht lange, denn in einer bis heute weltweit wohl einzigartigen Aktion versenkten Offiziere und Matrosen auf Befehl des Konteradmirals Ludwig von Reuter das Gros der Hochseeflotte durch das Öffnen und die anschließende Zerstörung der Seeventile selbst. Den Bruch der Waffenstillstandsvereinbarung ahndeten die Briten mit ebenso unrechtmäßigen Schüssen auf die Mannschaften in den Rettungsbooten, wobei einige Menschen starben und anschließend dort auf einem Friedhof begraben wurden. Bis auf sieben, die auf dem Meeresgrund als Denkmal verblieben sind, wurden die Schiffe über die Jahre bis 1937 gehoben und abgewrackt oder anders genutzt.

Wilhelmshaven - Wappen der SMS Seydlitz in der Christus- und Garnisonskirche

Das Wappen der "SMS Seydlitz" in der Christus- und Garnisonskirche. Der 1913 in Dienst gestellte Schlachtkreuzer wäre nach über 20 schweren Treffern in der Skagerrakschlacht fast untergegangen und hat es mit rund 5.300 Tonnen Wasser im Rumpf nur knapp zurück nach Wilhelmshaven geschafft. Ein Teil eines beschädigten Geschützrohrs wird heute im Marinemuseum ausgestellt. Die "Sydlitz" endete ebenfalls in Scapa Flow

An dieser Stelle ein Lesetipp für Interessierte: „Des Kaiser Kulis“ von Theodor Plievier. Der Autor war während des Ersten Weltkrieges Matrose der Kaiserlichen Marine auf einem Hilfskreuzer und an den Unruhen in Wilhelmshaven beteiligt, die kurz danach zum Matrosenaufstand in Kiel führten, der wiederum mit das Ende des Kaiserreichs einläutete.

Wilhelmshaven - Hausfassade

Fassade eines Wohnhauses

Aber Wilhelmshafen war auch während des Zweiten Weltkrieges Reichskriegshafen und Werftstandort und somit natürlich bevorzugtes und schnell erreichbares Ziel alliierter Bomber. Vom 4. September 1939 bis 30. März 1945 flogen die britische Royal Air Force und die US-Luftwaffe über 100 Angriffe auf die Stadt, auch um die Nachschub produzierende Werft zu zerstören, was allerdings nicht gelang. Dafür legte die tödliche Fracht von oben vor allem die von Zivilisten dicht besiedelte Innenstadt in Schutt und Asche, insgesamt wurde die Stadt schwer getroffen.

Wilhelmshaven - Hafenbereich

Blick über den Zaun in einen Teil des Hafenareals

Wilhelmshaven ohne Marine zu denken ist kaum möglich, zumal die Bundeswehr auch heute hier noch einen großen Stützpunkt mit mehreren Geschwadern unterhält, und somit weite Teile der Hafenanlagen militärischer Sicherheitsbereich sind, den nur autorisierte Personen betreten dürfen. Schiffe gucken ist damit leider etwas eingeschränkt.

 

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26382 Wilhelmshaven
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Geöffnet: Montag - Freitag 10 - 18 Uhr, Samstag 10 - 16 Uhr
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Stiftung Deutsches Marinemuseum
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UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer Besucherzentrum
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E-Mail: info@wattenmeer-besucherzentrum.de
www.wattenmeer-besucherzentrum.de

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Aquarium Wilhelmshaven Bullermeck GmbH
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Die ostfriesische Insel Wangerooge

Unter den bewohnten ostfriesischen Inseln ist Wangerooge mit 7,94 km² nach Baltrum die zweitkleinste und autofrei, was einen Ortsbummel im Vergleich zu manch anderer Insel deutlich angenehmer macht, zumal die Entfernungen durchaus per pedes bewältigt werden können. Vom kleinen Bahnhof ist man denn auch nach wenigen Schritten mitten im Ort und steht schnell vor dem unübersehbaren Alten Leuchtturm, der heute das Inselmuseum beherbergt. Von 1856 bis 1969 war das Leuchtfeuer als Seefahrtszeichen in Betrieb und wies den Schiffen den Weg. Wie weit es sichtbar war, wird deutlich, wenn man die 149 Stufen hinauf zum Lampenraum erklimmt, von wo man hinaus auf die umlaufende Galerie treten kann und mit einem weiten Blick über die Insel und die Nordsee belohnt wird.
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Wangerooge

 

Helgoland - ein Tagesausflug

Deutschlands einzige vermeintliche Hochseeinsel ist jedes Jahr Ziel Tausender Besucher, die meisten davon Tagestouristen in den wärmeren Monaten. Spektakulärer als das Wahrzeichen der Insel, die Lange Anna, ist die Brutkolonie der Seevögel, die hier jedes Jahr zu Tausenden ihren Nachwuchs zur Welt bringen.
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Helgoland - Bremen sehenswert

 

Bremerhaven allgemein

Erst 1827 wurde Bremerhaven gegründet. Um angesichts der drohenden Versandung der Weser, der Lebensader Bremens, seine Bedeutung als Hafenstadt zu sichern, erwarb Bremen 1827 unter dem damaligen Bürgermeister Johann Smidt an der Wesermündung für 74.000 Taler 342 Morgen Land vom Königreich Hannover. Etwa 60 km flussabwärts von Bremen entfernt entstand dort bis 1830 der erste von Bremen so dringend benötigte Seehafen, der sogenannte Alte Hafen.
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Bremerhaven - Bremen sehenswert

 

Bremerhaven Überseehafen

Zu dem Alten Hafen, dem heutigen Museumshafen und ersten, der angelegt worden war, später kamen weitere Häfen hinzu. Angrenzend an den Neuen Hafen erstreckt sich mit dem Kaiserhafen Eins das erste von einer Reihe weiterer Hafenbecken. Schon ein Blick in diesen ersten Teil des weitläufigen Hafenareals zeigt eine andere Welt der Seefahrt, die der großen Schiffe. Und noch größere werden wir an der fünf Kilometer langen Stromkaje sehen.
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Bremerhaven - Bremen sehenswert

 

Weserfahrt Bremen - Bremerhaven

Natürlich kann man für einen Besuch Bremerhavens von Bremen aus das Auto nehmen oder man steigt am Hauptbahnhof in den Regionalzug. Aber bei entsprechendem Wetter und der nötigen Zeit ist es interessanter, die Strecke auf der Weser zurückzulegen. Hal över bedient die Verbindung von Mai bis September. Das Schiff startet ab dem innenstadtnahen Martinianleger an der Schlachte.
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Mit dem Schiff von Bremen nach Bremerhaven - Bremen sehenswert

 

Brake & die Flussinsel Harriersand

Kaum dass im Frühling die Sonne lacht und die Temperaturen an der 20-Grad-Marke kratzen, treibt es viele an die Nordseeküste ans Wasser. Hauptsache Strand zum in der Sonne liegen und Sand zum Buddeln und Burgen bauen für den Nachwuchs. Das geht auch in Brake und auf Flussinsel Harriersand, wie ein Besuch zeigt.
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Harriersand - Ein großer Pott schippert vorbei

 

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