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Bremen sehenswertOberneuland

 

Den Namen mancher Stadtteile in großen Städten hört man heute noch an, dass sie einst eigenständige Dörfer im Umland waren, die irgendwann in die wachsende Stadt eingemeindet wurden. Dem im Nordosten Bremens an der Grenze zu Niedersachsen gelegene Stadtteil Oberneuland hört man dies zwar nicht an, trifft auf ihn aber ebenso zu. Mehr als ein paar Häuser mögen es nicht gewesen sein, als Oberneuland als Overnigelant 1181 erstmals urkundlich genannt wurde. Es waren Holländer, die sich damals hier in der Wümmeniederung ansiedelten und das Land urbar machten. Holländer waren bereits in der Region, seit ihnen rund 70 Jahre zuvor im Jahre 1113 der Erzbischof den Auftrag gegeben hatte, das nahe gelegene Hollerland zu entwässern und trocken zu legen. Damals wie heute waren sie geschätzte Wasserbauspezialisten.

reetgedecktes Haus Schumacher an der Oberneulander Landstraße Nr. 93. Das um 1780 gebaute Fachwerkhaus

Um 1780 gebaut und heute Kulturdenkmal: das reetgedeckte Haus Schumacher

Vielen Bremerinnen und Bremern gilt der Stadtteil als das Wohnquartier der „oberen Zehntausend“ par excellence, obgleich die Vorsilbe „Ober“ des Ortsteilnamens rein gar nichts damit zu tun hat. Tatsächlich findet man zu beiden Seiten mancher Straßenzüge große parkähnliche Grundstücke mit altem Baumbestand und schmucken Häusern, die auf einen gewissen Wohlstand oder gar Reichtum schließen lassen. Schließlich hat der Stadtstaat eine erstaunlich hohe Anzahl an Millionären unter seinen Einwohnern zu verzeichnen.

Seine Geschichte und ehemals dörfliche Struktur merkt man dem Stadtteil an, wenn man etwa die Oberneulander Landstraße hinunter fährt oder geht. Im Sommer sorgt das Grün alter Bäume für reichlich Schatten und die Randstreifen für Fußgänger werden stellenweise durch Baumwurzeln uneben und so schmal, dass man fast auf der Straße läuft. An der zur Landesgrenze gelegenen Straßenseite tun sich mehrere Lücken in der Wohnbebauung auf, denn hier befinden sich gleich drei Parks, die zu einem Besuch einladen und überhaupt der Anlass sind, dass an dieser Stelle über Oberneuland geschrieben wird.

 

Heinekens Park

Den Anfang macht Heinekens Park, dessen charakteristische Bepflanzung mit dem bereits 1770 angelegten Heckenrondell aus 6,25 Meter hohen Hainbuchen schon vor dem Betreten der Anlage ins Auge springt. Seit 2017 vier neue weiße Bänke innerhalb des Rondells aufgestellt wurden, steht einem längeren Aufenthalt auch nichts mehr entgegen. Der Name des Parks geht auf den Bremer Ratsherren und späteren Bürgermeister Christian Abraham Heineken (1752 - 1818) zurück, der das damalige Gut 1782 aus dem Besitz von Hofrat Dr. Albert Schumacher erbte. Dieser hatte das Gut als Landsitz genutzt, wenn er nicht in Kopenhagen weilte, wo er zeitweise Gesandter war. Seit seiner Zeit findet sich mit Nachbildungen von Statuen aus Schloss Fredensborg, einem der zahlreichen Schlösser auf der Insel Seeland in der Ostsee, ein Stück Dänemark in der heutigen Parkanlage. Von den vier Statuen, die die vier Elemente darstellen, sind allerdings nur drei auf dem Landgut zu finden, denn die von Giovanni Antonio Cybei im Jahre 1766 aus Marmor geschaffene Statue der römischen Göttin der Erde, Terra, steht auf dem zum Focke-Museum gehörenden Gut Riensberg.

Heinekens Park in Oberneuland - charakteristische Bepflanzung mit dem bereits 1770 angelegten Heckenrondell aus 6,25 Meter hohen Hainbuchen - Bremen sehenswert

Pflanzen gut in Form: Heckenrondell aus 6,25 Meter hohen Hainbuchen

Die Anlage an der Oberneulander Landstraße 151/153 hat im Laufe der Zeit mehrfach ihr Aussehen verändert. Schumachers Nachfolger Heineken, der auch ein ebenfalls nach ihm benanntes Haus in der Sandstraße neben dem Dom bewohnte, gestaltete schließlich einen Teil des Gutes um das Gutshaus herum als Park vor allem im englischen Parkstil.

Heinekens Park in Oberneuland - Bremen sehenswert

Blühende Büsche zu beiden Seiten des Weges

Dass der heute 2,7 Hektar große Heinekens Park überhaupt noch existent und seit 1975 öffentlich zugänglich ist, ist Protesten zu verdanken, die 1970 geholfen haben, einen Teil des Gutes vor der Bebauung zu schützen. So ging der Park daraufhin als Grundstücksteil aus Familien- in Stadtbesitz über. Seit 1973 steht der Park mit seinen teilweise seltenen Bäume, wie auch das gleichnamige dahinter gelegene Landgut unter Denkmalschutz. Das schließt das 1762 erbaute Gutshaus ebenso ein, wie das um 1770 errichtete Hofmeierhaus direkt an der Landstraße.

Heinekens Park in Oberneuland - gut erhaltenes Hofmeierhaus um 1770 - Bremen sehenswert

Gut erhalten: das Hofmeierhaus

Aus dem Park führt ein Weg hinaus in die durch zahlreiche Fleete durchzogene Wümmeniederung mit Feldern und Pferdekoppeln.

Pferdekoppeln in Oberneuland - Bremen sehenswert

Weites Land mit Weiden und Feldern

 

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Karte

 

Focke-Museum

Jede Stadt hat ihre Geschichte und in vielen Städten gibt es ein Museum, in dem eben diese erzählt wird. In der Hansestadt ist es das Focke-Museum im Ortsteil Riensberg, in dem die Stadthistorie am anschaulichsten präsentiert wird. Das „Bremer Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte“ entstand 1924 durch die Zusammenlegung zweier Sammlungen, dem 1884 gegründeten Gewerbemuseum und dem sechs Jahre später gegründeten „Historischen Museum für bremische Altertümer“, dessen bereits 1922 gestorbener Gründer auch zum Namensgeber des heutigen Museums wurde.
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Focke-Museum - Bremen sehenswert

 

1 Mio Krokusse in Oberneuland

Es sollen 1 Million Krokusse sein, die alljährlich im Frühjahr auf einem Grünstreifen an der Franz-Schütte-Allee Fußgänger, Rad- und und Autofahrer gleichermaßen durch ein violettes Blütenmeer erfreuen. Obwohl es viele Sorten von Krokussen gibt, die farblich auch unterschiedlich blühen, entschied man sich für die robuste Sorte ‘Ruby Giant’, die 1956 durch Züchtung entstanden ist. Die Pflanzen sind im Vergleich zu manch anderer Sorte recht groß und ihr Blütenblatt ist innen etwas heller, als von außen.
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1 Mio Krokusse in Oberneuland - Bremen sehenswert

 

Rhododendronpark

Ebenfalls im Stadtteil Horn ist der 46 ha große Bremer Rhododendronpark gelegen. Urzelle der Anlage sind eigentlich zwei Parks. Bereits etwa 1890 wurden auf dem Gelände Buchen, Eschen, Fichten und vor allem Eichen gesetzt. 1936 wurde das als Wildpark angelegte Areal um einen umfangreichen Bestand an Rhododendron ergänzt. Nach wie vor bilden die zahlreichen Laubbäume auf dem Parkgelände einen wichtigen Schutz für die Rhododendron vor Sonne und Wind.
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Rhododendronpark - Bremen sehenswert

 

botanika

Mitten im Rhododendronpark befindet sich in Nachbarschaft des Cafés die botanika. Ursprünglich wurde die botanika als Beitrag zur Expo 2000 geplant, doch aus vielfältigen Gründen kam es anders und der weitgehend gläserne Bau wurde erst 2003 eröffnet.
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botanika im Rhododendronpark - Bremen sehenswert

 

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