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unterwegs in Brem' & 'n büschen umzu
Sie sind hier: sehenswert in Schwachhausen

Links das Mosaik-Relief "Eiche" , Friedensbaum vom 2. November 2010, von Regina Heygster
Nie wieder Krieg, sollte die Lehre aus den beiden Weltkriegen sein. In Bremen wurde mit der Umgestaltung des Rembertitunnels am Ende der Parkallee in Nachbarschaft der Slevogtstraße zum Friedenstunnel ein Zeichen gesetzt, allerdings laut Schrifttafel als Antwort auf die Ereignisse des 11. September 2001, als das World Trade Center in New York Ziel eines verheerenden Anschlags wurde. Initiatorin des Projekts war die Grafik-Designerin und freischaffende Künstlerin Regina Heygster. Aus der von ihr angeschobenen "Interessengemeinschaft Tunnel-Projekt" gründete sich 2003 der eingetragene Verein "Friedenstunnel - Bremen setzt ein Zeichen", der seither das Projekt betreut.

Mehr Kunst und Kultur findet man im ebenfalls besuchenswerten schon weiter oben im Text erwähnten Focke-Museum, dem Bremer Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte im schwachhauser Ortsteil Riensberg. Bei Ausgrabungen im St. Petri Dom vermutlich im Grab von Erzbischof Gerhard II. gefunden: Krümme des Bischofstabes mit Pantherkopf aus dem 13. Jahrhundert, heute im Fundus des Focke-Museums
Nach jahrelanger Vorarbeit auch finanziert durch Spenden konnte der Friedenstunnel 2015 eingeweiht werden. Mehrere Mosaike sind in die Frontseiten des Tunnels eingelassen und 82 Texttafeln mit den Worten von bekannten und weniger bekannten Menschen aus vielen Kulturkreisen und Religionen weltweit erstrecken sich beiderseits im Gewölbe entlang der Tunnelwände, dezent beleuchtet und von vielfarbigem LED-Licht untermalt. Mit der Konzertreihe "Friedensklänge im Friedenstunnel" finden seit 2016 regelmäßig musikalische Veranstaltungen im Tunnel statt, offen und frei für jede und jeden. Mehr zu dem Kunstprojekt unter: www.friedenstunnel.de

Erinnerung an den Gartenarchitekten Wilhelm Benque am Benque-Platz
Wer vom Friedenstunnel - vorzugsweise mit dem Fahrrad - über den Kreisverkehr Stern in die Wachmannstraße abbiegt, landet nicht nur in der schönsten Bummelmeile des Stadtteils mit vielen Geschäften und Angeboten zum Essen & Trinken, sondern auch auf der vielbefahrenen Premiumradroute zwischen Bahnhof und Universität. Die Route führt u. a. am Benque-Platz vorbei, wo dem im Alter von 81 Jahren verstorbenen Gartenarchitekten Wilhelm Benque für die Gestaltung des nahen Bürgerparks ein Denkmal in Bronze gesetzt wurde - mit dem Benquestein findet man ein weiteres im Bürgerpark.

Denkmal an die Gräfin Emma von Lesum, hier mit ihrem Schwager Benno
Der anschließende einige hundert Meter lange Teil der Radroute treibt zu Stoßzeiten Radelnden und Autofahrenden angesichts des Platzmangels auf dem Asphalt nicht selten den Angstschweiß auf die Stirn. Unser Ziel ist der Emma-Platz, eine kleine Grünanlage mit Geschäftszeile an der Emmastraße (auch Tram-Haltestelle Linie 6). Aus touristischer Sicht gibt es hier nicht viel zu sehen, aber man trifft hier auf einen Teil der Geschichte Bremens, symbolisiert durch eine Bronzeplastik des Bremer Künstlers Thomas Recker, die die Gräfin Emma von Lesum und ihren Schwager Herzog Benno darstellt.

Emmabank am Emmasee im Bürgerpark
Die am 3. Dezember 1033 verstorbene Gräfin stammte aus dem sächsischen Adelsgeschlecht der Immedinger und heiratete standesgemäß. So kam das Gut Lesum (heute Ortsteil Bremens) in ihren Besitz. Die wohlhabende Adelige galt als große Wohltäterin der Kirche und wurde über ihren Tod hinaus als Heilige verehrt. Im Bürgerpark ist der Emmasee nach ihr benannt und der Architekt Heinrich Müller setzte ihr mit einer Steinbank dort am See im Jahr 1868 ein Denkmal. Nach einer in unterschiedlichen Fassungen existierenden Sage, verdanken ihr die Bremer Bürger die Schenkung der Bürgerweide, ein heute gepflasterter Platz am Nordausgang des Hauptbahnhofs, auf dem unter anderem jährlich im Oktober der Freimarkt stattfindet. Inschriften der Bank (Foto oben) verweisen auf die Schenkung im Jahre 1032 und die Bestätigung des Besitzes der Bürger durch Erzbischof Hartwig I. von Bremen im Jahre 1159. Mehr zum Freimarkt und zur Sage lesen Sie hier.

Riesenrad auf dem Freimarkt
Sagen, Mythen, Okkultismus und Aberglaube, wenn es ihnen an Fakten und wissenschaftlichen Erklärungen mangelt, treibt es Menschen nicht nur zu wirren Gedankenwelten, es kann in der Realität auch tödlich enden, wie etwa die durch die katholische Kirche angetriebenen Hexenverfolgungen zeigen. Scheinbar nicht wenigen Menschen ist die Freimaurerei bis heute nicht ganz geheuer. Dabei versuchen die Freimaurer gar nicht für die Öffentlichkeit unsichtbar zu bleiben, wie auch die beiden Logenhäuser an der Kurfürstenallee zeigen. Dass sie von vielen Vorbeifahrenden auf der vierspurigen Hauptstraße nicht oder kaum wahrgenommen werden, kann man ihnen also nicht anlasten.

Zirkel und Winkel im First. Freimaurer haben nichts Übernatürliches und sind ebenso sterblich, wie diese Grabstätte auf dem Riensberger Friedhof in Schwachhausen-Riensberg zeigt.
Schon die Symbolik an der Fassade des größeren Logenhauses zeigt, wer hier residiert. Zirkel und Winkel sind bekannte Symbole der Freimaurerei und beziehen sich auf die Tätigkeit etwa von Baumeistern, im handwerklichen, aber auch im übertragenen Sinne, als Baumeister allen Lebens (Schöpfung). In beidem spielt Geometrie eine wichtige Rolle. In den ab dem beginnenden 18. Jahrhundert entstehenden Freimaurer-Logen wurde und wird kein umstürzlerisches Gedankengut von obskuren Geheimbünden gewälzt, sondern im Gegenteil, durch die Fortbildung des eigenen Seins versucht, schließlich im Handeln die Gesellschaften positiv weiterzuentwickeln. Dafür sprechen die basalen Ideale der Freimaurerei - Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität. Dass dies zunächst im eigenen Kreis hinter verschlossenen Türen geschieht, ist nun kein Alleinstellungsmerkmal der Freimaurerei.

Logenhaus an der Kurfürstenallee, Hausnummer 15
Es gehörten und bis heute gehören Menschen aus allen Gesellschaftsschichten und verschiedener Konfessionen zu den Freimaurern. Darunter finden sich auch bekannte Persönlichkeiten aus der Wissenschaft, wie Roald Amundsen und Alexander von Humboldt, Künstler wie Goethe, Marc Chagall oder Peter Sellers, hochrangige Politiker, wie der ehemalige US-Präsident Theodore Roosevelt und der Unabhängigkeitskämpfer und Präsident Simón Bolívar. Alles nur Männer? Ja!

Oelzweig-Haus an der Kurfürstenallee, Hausnummer 8
Das Oelzweig-Haus auf der gegenüber gelegenen Straßenseite ist das optisch attraktivere. Die Bremer Hans und Heinrich Lassen gehörten zu den führenden Architekten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in der Hansestadt, neben zahlreichen anderen Gebäuden entwarfen sie 1911 diese großbürgerliche Villa für den Fassfabrikanten Gustav Louis Mundhenke (1869 - 1930).
Der Name des Hauses geht allerdings auf die älteste existierende Freimaurerloge Bremens zurück, die 1788 gestiftete Johannis-Loge „Zum Oelzweig“. Seit 1965 residiert sie - heute mit weiteren Logen - in den Räumlichkeiten. Während der Nazi-Zeit wurden Logen übrigens verboten und viele lösten sich auf.

Die älteste existierende Freimaurerloge Bremens
Das Innere der Logenhäuser ist durchaus nicht immer für die Augen der Öffentlichkeit verschlossen, immer wieder gibt es Tage, an denen jeder und jedem die Türen zur Besichtigung offen stehen, oft auch verbunden mit Führungen und Erklärungen. Ein Besuch lohnt dann auf jeden Fall und lässt vielleicht das eine oder andere Vorurteil dahin verschwinden, wohin es gehört, ins Reich der Fantasie.
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ALLES IM BLICK: DIE GESAMTÜBERSICHT
Erst 1827 wurde Bremerhaven gegründet. Um angesichts der drohenden Versandung der Weser, der Lebensader Bremens, seine Bedeutung als Hafenstadt zu sichern, erwarb Bremen 1827 unter dem damaligen Bürgermeister Johann Smidt an der Wesermündung für 74.000 Taler 342 Morgen Land vom Königreich Hannover. Etwa 60 km flussabwärts von Bremen entfernt entstand dort bis 1830 der erste von Bremen so dringend benötigte Seehafen, der sogenannte Alte Hafen.
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In dem 2005 eröffneten Deutschen Auswandererhaus® wird eindrucksvoll und anschaulich die Geschichte der Auswanderung nach Amerika in fünf Epochen zwischen 1830 und 1974 inszeniert. Insgesamt verließen 7,2 Millionen Menschen über Bremerhaven das Land, um jenseits des Atlantiks eine neue Heimat zu finden und eine neue Existenz zu gründen. Für die emotional mitreißende Inszenierung mit geschichtlich fundiertem Hintergrund erhielt das Haus 2007 den Europäischen Museumspreis.
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Auftraggeber des Backsteinbaus war die Deutsche Kolonialgesellschaft, die das Denkmal am 6. Juli 1932 einweihte. In der traditionell eher weltoffenen Hansestadt war der Bau allerdings bereits damals umstritten, stand er doch nicht nur zum Gedenken an die im Ersten Weltkrieg in den ehemals deutschen Kolonien Gefallenen, sondern auch für die Unterdrückung und Ausbeutung der einheimischen Bevölkerung eben dort.Der Elefant steht seit Restaurationsarbeiten und der Umwidmung 1989 als Anti-Kolonial-Denkmal für Gleichheit und Gerechtigkeit und als Mahnmal gegen Rassismus, Unterdrückung und Ausbeutung.
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Der in Sichtweite zum Focke-Museum gelegene
Gottesacker wurde zwischen 1872 und 1875 zeitgleich mit dem Waller
Friedhof als Ersatz für zwei aufgegebene Friedhöfe andernorts
angelegt. Der heute gut 28 Hektar große Parkfriedhof erstreckt sich auf Ländereien des ehemaligen Gutes Riensberg. Mit der gärtnerischen
Gestaltung wurde der Landschaftsgärtner und Gartenarchitekt Wilhelm Benque beauftragt, der bereits einige Jahre zuvor für die
gartenkünstlerische Anlage des Bürgerparks und u.a. auch von Knoops Park in Lesum verantwortlich war.
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Das ursprüngliche Alte Rathaus am Marktplatz wurde zwischen 1405 und 1412 errichtet. Von dem eher schlichten spätgotischen Backsteinbau sieht man heute nicht mehr viel. Die Renaissance-Fassade, die heute dem von der UNESCO geschützten Bau das schmucke Aussehen verleiht, wurde zwischen 1608 und 1614 von Lüder von Bentheim errichtet. Besonders oberhalb der Arkaden ist sie üppig verziert mit verschiedenen Darstellungen aus antiken Mythologien, die sich mit christlicher Symbolik, stadtbremischen Symbolen und anderen Darstellungen auf eigenwillige Weise mischen.
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Fast gänzlich rund um die Altstadt erstreckt sich eine im Zickzack verlaufende Parklandschaft mit einem Wassergraben. Es handelt sich dabei um die letzten offen sichtbaren Überbleibsel der Befestigungsanlagen, die die Altstadt und Teile der Neustadt bis Anfang des 19. Jahrhunderts umgab. Mit dem Umbau zu einer Gartenlandschaft hatte man 1802 mit dem ersten Abschnitt zwischen Weser und Herdentor begonnen.
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1896 öffnete das heutige Übersee-Museum unter dem Namen „Städtisches Museum für Natur-, Völker- und Handelskunde“ erstmals seine Tore. Die gezeigten Exponate stammten zunächst aus den „Städtischen Sammlungen für Naturgeschichte und Ethnographie“ die in Teilen als „Handels- und Kolonialausstellung“ auf der „Nordwestdeutschen Gewerbe- und Industrieausstellung“ im Jahre 1890 mit viel Erfolg gezeigt wurden. Seit der Gründung haben sich die Konzeptionen mehrmals gewandelt, bis hin zu einer stärkeren museumspädagogischen Ausrichtung, die bis heute Bestand hat.
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Eine grüne Oase in Innenstadtnähe und viel genutztes Naherholungsgebiet ist der Bürgerpark. Die ausgedehnte Anlage, die sich an die heutige Bürgerweide hinter dem Bahnhof anschließt, ist ein von den Bürgern selbst initiierter Park. Anfang des 19. Jahrhunderts hatte man bereits die alten Wehranlagen der Stadt abgebaut und die Wallanlagen in eine Parklandschaft verwandelt. Doch anlässlich der rasant wachsenden Stadt im Laufe des Jahrhunderts wurde der Ruf nach mehr Grünräumen immer lauter.
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Jede Stadt hat ihre Geschichte und in vielen Städten gibt es ein Museum, in dem eben diese erzählt wird. In der Hansestadt ist es das Focke-Museum im Ortsteil Riensberg, in dem die Stadthistorie am anschaulichsten präsentiert wird. Das „Bremer Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte“ entstand 1924 durch die Zusammenlegung zweier Sammlungen, dem 1884 gegründeten Gewerbemuseum und dem sechs Jahre später gegründeten „Historischen Museum für bremische Altertümer“, dessen bereits 1922 gestorbener Gründer auch zum Namensgeber des heutigen Museums wurde.
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Manche Mühlen mahlen langsam, andere gar nicht mehr, so wie die Horner Mühle. Die Holländermühle wurde 1848 gebaut, und dass Vorbeikommende sich heute an ihrem Anblick erfreuen können, hat viel Engagement und Geld gekostet. Sie ist das Wahrzeichen des Stadtteils.
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Rund 11 Kilometer sind es von der Innenstadt in Bremen bis nach Lilienthal in Niedersachsen direkt hinter der Stadtgrenze. Auch wenn die Tram der Linie 4 beide Orte miteinander verbindet, macht eine Tour mit dem Fahrrad mehr Spaß. Auf dem Jan-Reiners-Weg radelt man ohne Autoverkehr durch eine grüne Landschaft und auch in Lilienthal selbst führt der Weg entlang der Wörpe über kleine Wege ohne dichten Verkehr in das historische Zentrum der Stadt.
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