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Bremen sehenswertDGzRS - die Seenotretter

 

Seenotrettungskreuzer vor Cuxhaven

Seenotkreuzer vor Cuxhaven

Es gibt viele mehr oder weniger schlaue Sprüche, wie auch den: "Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um." Hätten sich etwa die Wikinger, da Gama oder Columbus statt für ihre wagemutigen Entdeckungsreisen über die Weltmeere für’s Zuhausebleiben an Land entschieden, wäre die Geschichte der Menschheit fraglos eine andere. Ob besser oder schlechter, darüber lässt sich streiten. Sicher, gerade in der vorindustriellen Zeit, als die Segelschifffahrt alternativlos war, blieben nicht wenige Seeleute auf See, kamen nie zurück. Krankheiten, Unfälle und Piratenüberfälle brachten oft ebenso den Tod wie Stürme, die so manchen Segler zum wehrlosen Spielball der Elemente machte und mit Mann und Maus untergehen ließ. Zeitnahe Rettung war überhaupt nur in Landnähe möglich. Wenn in den Küstengewässern Schiffe kollidierten, auf Sandbänke aufliefen und kenterten, manövrierunfähig auf den Wellen trieben, Menschen über Bord gingen, dann schlug die Stunde der Rettungstrupps, die auch bei widrigen Wetterverhältnissen mit kleineren offenen Booten den Havaristen entgegen ruderten, um Leben zu retten, wobei die Retter sich nicht selten selbst in höchste Gefahr brachten. Szenen aus den Anfängen der Seenotrettung.

Wer heute in Seenot gerät, weil er oder sie von der Flut plötzlich vom sicheren Land abgeschnitten wird, der Mast der Jolle bricht, der Außenborder plötzlich streikt, jemand über Bord fällt und abgetrieben wird, das Schiff sinkt oder sonstiges passiert, hat selbst weiter draußen auf dem Wasser weitaus bessere Chancen auf Hilfe, dank moderner Technik und Menschen, die sich professionell kümmern. An der deutschen Nord- und Ostseeküste sind das vor allem die rund 1000 festangestellten und freiwilligen Männer und Frauen der DGzRS, der Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger - kurz auch "Die Seenotretter". Allein im Jahr 2016 wurden bei mehr als 2.000 Einsätzen 677 Menschen gerettet. Seit Gründung der Gesellschaft konnte 84.000 Menschen geholfen werden.

Die Zentrale der Seenotretter in Bremen an der Weser

Die Zentrale der Seenotretter am Weserufer, davor das heutige Museumsschiff "H.-J. Kratschke"

Gegründet wurde die Gesellschaft am 29. Mai 1865 in Kiel und hat seither ihren Sitz in Bremen. Neben den schon erwähnten Ruderbooten waren die Stationen anfangs nur mit einfachen Raketenapparaten, mit denen von der Küste aus Rettungsleinen über die havarierten Schiffe geschossen wurden, und Hosenbojen ausgestattet. Hosenbojen bestehen aus einem Rettungsring mit angenähter Hose und einem Halterungssystem mit Rollen, mit dem Menschen nach dem Funktionsprinzip einer Seilbahn über eben jene Rettungsleinen gerettet werden können. Die ersten motorgetriebenen Boote wurden fast 50 Jahre nach der Gründung der DGzRS ab 1911 in Dienst gestellt. Durch den Antrieb waren die Boote nicht nur schneller, auch der Aktionsradius erweiterte sich.

der als ‘Hindenburg’ 1944 in Dienst gestellte und später in ‘Rickmer Bock’ umbenannte Seenotkreuzer, hier im Hafen von Büsum

Der als ‘Hindenburg’ 1944 in Dienst gestellte und später in ‘Rickmer Bock’ umbenannte Seenotkreuzer, hier im Hafen von Büsum

Mit der Taufe des Seenotkreuzers ‘Theodor Heuss’ 1957 bekam eine weltweit ganz neue Klasse Seenotkreuzer Wasser unter den Kiel. Die modernen Kreuzer mit 23,2 Metern Länge hatten ein neu konzeptioniertes Antriebssystem aus einem Mittelmotor und zwei Außenmotoren mit insgesamt 1.750 PS. Zudem besaßen die Schiffe nun jeweils ein wendiges Tochterboot, das über das Heck ins Wasser gleiten konnte. Mit der bordeigenen Löschanlage konnten die Besatzungen der Kreuzer im Ernstfall auch Feuer löschen und mittels Pumpensystem leckgeschlagene Boote vor dem Untergang bewahren. Der letzte der bis 1960 gebauten Seenotkreuzer wurde 1985 außer Dienst gestellt.

Museumskreuzer Georg Breusing im Hafen von Emden

Der Seenotkreuzer "Georg Breusing" der 26-m-Klasse wurde 1963 bei Abeking & Rasmussen in Lemwerder gebaut. Das 1988 außer Dienst gestellte Schiff liegt heute in Emden im Hafen.

Dass die Schiffe der DGzRS mit jeder nachfolgenden Klasse moderner und den Einsatzbedingungen angepasst wurden, zeigt die Klasse der 23,1-Meter-Seenotkreuzer, die 1996 Dienst aufnahm. Novum ist der Historie der Schiffe der Seenotretter ist der geschlossene Aufbau mit nun auch geschlossenem oberen Fahrstand, sowie ein Gasschutzbetrieb. Außerdem haben die Schiffe die Fähigkeit sich selber wieder aufzurichten. Mit der Verwendung eines so genannten Deltarumpfs wich man darüber hinaus von der bis dato traditionellen runderen Rumpfform ab.

Wangerooge - Seenotrettungsboot Gesina der 7-Meter-Klasse, Baujahr 1971

Ehemaliges Seenotrettungsboot GESINA, Baujahr 1971. Das Boot der 7-Meter-Klasse war bis 1993 Teil der Flotte der DGzRS und ist heute Museumsschiff auf Wangerooge..

Trotz der technischen Meisterleistungen hinsichtlich der Geräte und fachlichen Kompetenz der Besatzungen sind immer wieder auch Seenotretter bei Einsätzen auf See ums Leben gekommen wie bei einem Unglück 1967 vor Helgoland, dass die gesamte Mannschaft der "Adolph Bermpohl" in den Tod riss, sowie vor Borkum im Jahre 1995, als zwei Männer der "Alfried Krupp" starben. Insgesamt hat die DGzRS in ihrer Geschichte 45 Männer durch Unglücke verloren. Einige der Schiffe des Gesellschaft tragen Namen verstorbener Seeleute aus den eigenen Reihen, so auch der auf Langeoog stationierte Seenotkreuzer "Bernhard Gruben" der 23,1-Meter-Klasse, benannt nach dem verunglückten Vormann (Kapitän) der "Alfried Krupp".

Seenotkreuzer Berhard Gruben im Hafen von Norderney - Bremen sehenswert

Seenotkreuzer "Bernhard Gruben" im Hafen von Langeoog

Heute sind 40 Seenotrettungsboote unter der Flagge der DGzRS im Einsatz und 20 Seenotkreuzer, der größte mit 46 m Länge, 9250 PS Maschinenleistung und max. 25 Knoten (46 km/h), ein neuerer als ‘Berlin’ mit Tochterboot ‘Steppke’ 2016 in Bremen getauft und 2017 in Dienst gestellt. Die Rettungsschiffe liegen an der Nordsee und seit der deutschen Wiedervereinigung 1990 auch an der Ostsee an derzeit 54 Standorten immer einsatzbereit.

Damit es möglichst gar nicht erst zu einem Einsatz kommt, hat die Gesellschaft auf der Website www.sicher-auf-see.de Tipps für Menschen zusammengestellt, die sich auf das Wasser begeben wollen. Das trifft auch auf diejenigen zu, die sich auf die Weser Richtung Bremerhaven begeben, wo der nächstgelegene Kreuzer stationiert ist. Bei Interesse sind die Seenotkreuzer nach Absprache auch zu besichtigen, natürlich nur, wenn kein Notfalleinsatz anliegt.

Seit 2017 können sich Wassersportlerinnen und Wassersportler die App Safe Trx auf das Smartphone laden. Das Tool wurde von der irischen Küstenwache entwickelt und wird bei unseren Nachbarn in den Niederlanden bereits seit 2013 erfolgreich eingesetzt.

Die DGzRS finanziert sich übrigens komplett aus Spenden und ist daher für jede Spende dankbar, die Bankverbindungsdaten finden Sie auf der Website der Gesellschaft (Daten in der Randspalte), Spendendosen in vielen Geschäften, Restaurants und Cafés an der Küste.

 

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Weitere Informationen

Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS)
Werderstraße 2
28199 Bremen
Telefon: +49 421 53 707 - 0
E-Mail: info@seenotretter.de
www.seenotretter.de

App der DGzRS: SafeTrx

Förderkreis Rettungskreuzer „Georg Breusing" e.V.
www.georg-breusing.de

 

Cuxhaven - ein Tagesausflug

Als "ihren Hausstrand" sehen viele Bremerinnen und Bremer die Seebäder Cuxhavens. Die Seestadt an der Elbmündung ist von Bremen aus mit dem Auto über die A27 sehr gut erreichbar, denn die führt an Bremen und Bremerhaven vorbei und endet in Cuxhaven. Mit dem Zug dauert die Fahrt mit Umstieg in Bremerhaven etwas länger. Aber auch in der Nebensaison ist Cuxhaven mit seinen Seebädern für einen Ausflug gut z. B. mit dem Fahrrad.
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Cuxhaven - Bremen sehenswert

 

Helgoland - ein Tagesausflug

Deutschlands einzige vermeintliche Hochseeinsel ist jedes Jahr Ziel Tausender Besucher, die meisten davon Tagestouristen in den wärmeren Monaten. Und ja, zugegeben, Helgoland liegt nicht soooo ganz unmittelbar im Umland Bremens. Aber sie ist als Tagesausflug von Bremerhaven zu erreichen, weshalb wir mal vorbei geschaut haben.
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Helgoland - Bremen sehenswert

 

Bremerhaven Havenwelten

Mit dem direkt hinter dem Weserdeich 147 Meter in die Höhe ragenden ATLANTIC Hotel SAIL City hat Bremerhaven seit Anfang 2008 nicht nur ein neues höchstes Gebäude, sondern auch einen neuen Blickfang in der weserseitigen Skyline. Architektonisch wird der Bau einer Seestadt absolut gerecht, wie ein mächtiger gerundeter Schiffsaufbau präsentiert sich das Hotel. In der 20. Etage auf 77 Metern Höhe befindet sich eine Aussichtsplattform (SAIL City) die auch für Nichtgäste zugänglich ist.
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Bremerhaven - Bremen sehenswert

 

Bremerhaven - Schaufenster Fischereihafen

Abseits der Havenwelten und älter als Auswandererhaus und Klimahaus ist das „Schaufenster Fischereihafen“. Tatsächlich handelt es sich bei dem Fischereihafen um den alten Hochseefischereihafen von Geestmünde, der zwischen 1891 und 1896 entstand. Es folgten Niedergang, Verfall der alten Gebäude mit Teilabrissen, bis die Idee geboren wurde, das Areal zu einer maritimen Erlebniswelt umzubauen. 1990 begann man damit, die noch kurz zuvor vor dem Abriss befindliche Fisch-Packhalle IV als älteste erhaltene Halle zu restaurieren.
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Bremerhaven Schaufenster Fischereihafen - Bremen sehenswert

 

Aktivitäten auf & im Wasser in Bremen

Für Paddler bietet sich die Möglichkeit, vom Torfkanal, auf dem früher Torf auf charateristischen Torfkähnen als Brennstoff aus dem Umland in die Stadt geschifft wurde, in die Kleine Wümme und auf ihr durch das Blockland bis Dammsiel zu paddeln. Wenn nicht das dortige Restaurant/Café mit Garten zum Draußensitzen mit Blick auf die größere Wümme das Ziel sein soll, verbindet eine Schleuse (zwischen April und Oktober) die beiden Gewässer.
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Aktivitäten auf und im Wasser - Bremen sehenswert

 

Rundtour: Von der Innenstadt zum Weserwehr & zurück

Von der Tiefer bzw. dem Altenwall, dem Weseruferabschnitt vor dem Schnoor und schräg gegenüber der DGzRS, dem Planetarium und der Sternwarte am anderen Ufer, führt ein schöner Weg für Fußgängerinnen und Fußgänger und Radfahrerinnen und Radfahrer direkt am Wasser entlang flussaufwärts Richtung Weserwehr. Nach Überqueren des Weserwehrs führt der Rückweg der Tour über den Stadtwerder.
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Weserwehr - Bremen sehenswert

 

Das Weserwehr

Damit Schifffahrt überhaupt möglich ist, sind die Staustufen mit Schleusen ausgestattet. In den bis zu 225 m langen Kammern werden Binnenschiffe mit einer Maximalbreite von 11,45 m geschleust. Der Höhenunterschied der Wasserstände liegt zwischen rund dreieinhalb und sechseinhalb Metern. Die Fallhöhe des Wassers machte es günstig, daraus Strom zu gewinnen, so auch in Bremen. Die Kapazität des Kraftwerks, dessen Turbinen zwischen 1915 und ‘17 sukzessive ans Netz gingen, wurde 1926 durch die Inbetriebnahme weiterer Turbinen soweit erhöht, dass die erzeugte Energie zeitweise die Hälfte des Bedarfs in der Hansestadt deckte.
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Das Weserwehr - Bremen sehenswert