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Von der Innenstadt zum Weserwehr & zurück (2)

 

Die Pauliner Marsch war ursprünglich von dem namensgebenden St.-Paul-Kloster, kurz Paulskloster, bewirtschaftetes Weideland. Das vor Bremens Stadttor im Osten an die Stadtmauer grenzende im Jahre 1050 errichtete Benediktinerkloster wurde allerdings bereits 1523 abgerissen. Heute ist von den Bauten im heutigen Ostertor im Viertel nichts mehr zu sehen, nurmehr Straßennamen erinnern an seine frühere Existenz. Die Grünflächen gingen aus dem Klosterbesitz in den Besitz des St. Petri-Doms bzw. der Kirche über, die sie aber 1803 an die Stadt abtreten musste. Noch bis ins 19. Jh. wurde die Fläche beweidet, einige Pferde werden noch heute hier gehalten. Ein letztes Zeugnis ist der alte Hirtenhof des Klosters, der heutige Jürgenshof, eines der traditionsreichsten Gasthäuser in Bremen. Die Existenz des Hofes auf einer Warf lässt sich bis in die erste Hälfte des 12. Jh. zurückverfolgen, das restaurierte Bauernhaus an dieser Stelle stammt aber aus dem Jahr 1810. Die Marsch gehört zum Stadtteil Peterswerder und tatsächlich befanden sich früher auch zwei kleine Flussinseln, eben Werder, an dieser Stelle, z.B. etwa dort, wo heute das Weserstation steht.

Die Gastwirtschaft Jürgenshof in einem restaurierten Bauernhaus aus dem Jahr 1810 - Bremen sehenswert

Jürgenshof

Nirgendwo in der Hansestadt herrscht eine derartige Dichte an Sportstätten wie in der 54 Hektar großen Pauliner Marsch. Nicht weniger als 18 Sportplätze, ein Rollsportstadion und auf 7000 qm der Sportgarten mit Skatearea, Kunstrasenplätzen, verschiedenen Ballspielfeldern und einer Kletterwand verteilen sich über die Fläche. Sport an diesem Ort hat Tradition, bereits Anfang des 20. Jh. noch vor dem 1. Weltkrieg entstanden hier die ersten Sportanlagen, so etwa ein Vorläufer des Weserstadions im Jahre 1909. Und später, während der Weimarer Republik, wurde 1925 mit dem Stadionbad ein Freibad in unmittelbarer Nachbarschaft zum heutigen Stadion eröffnet.

Vorbei an Parzellenhäuschen des Vereins Gartenfreunde Weserlust e.V. führt ein Weg unter der Karl-Carstens-Brücke hindurch Richtung Weserwehr. Mit der Umbenennung der 1971 fertig gestellten vielbefahrenen Verbindung der beiden Weserufer von "Werderbrücke" in "Karl-Carstens-Brücke" ehrte die Stadt 1999 den ehemaligen in Bremen geborenen deutschen Bundespräsidenten. Im Volksmund wird die Brücke oft nur Erdbeerbrücke genannt, weil einst in Habenhausen im Süden Bremens auf der anderen Weserseite weite Erdbeerfelder lagen.

Blick von der Karl-Carstens-Brücke auf die Weser mit dem Weserwehr und der Doppelschleuse

Blick von der Karl-Carstens-Brücke auf die Weser mit dem Weserwehr und der Doppelschleuse

Die einseitig auch für Fußgänger und Radfahrer begeh- bzw. befahrbare Brücke quert die Weser und den Werdersee. Dazwischen führt ein stufenloser Wendelgang auf den Stadtwerder mit seinen Parzellen, Café Sand und weiter Richtung Innenstadt der ‘umgedrehten Kommode’, Sternwarte und Planetarium. Trotz des permanent fließenden Autoverkehrs, der eine unschöne Geräuschkulisse erzeugt, kann man den Ausblick von der Brücke für einen Moment durchaus genießen. Ob im März 1981 die vielen Schaulustigen auf der Brücke Genuss oder doch eher Entsetzen empfanden, bleibt fraglich. Tatsächlich bot sich den Blicken ein nasses Schauspiel, denn aufgrund ungünstiger Konstellationen floss so viel Wasser aus dem Binnenland die Weser hinunter, dass das zum Teil nicht mehr ganz funktionsfähige Wehr die Massen nicht bewältigen konnte. In der Folge brach an zwei Stellen der Sommerdeich an der Flussbiegung vor und hinter dem Wehr und überflutete das dahinter gelegene Überfüllungsgebiet. Dieses war zwar zur Aufnahme des Wassers vorgesehen, nur rechnete niemand wirklich mit dem Eintritt dieses Falls. Die Wucht des Wassers zerstörte 120 Parzellenhäuschen und spülte sie teilweise im Ganzen in den Fluss, wo sie Richtung Innenstadt trieben. Die danach ergriffenen Wasserschutzmaßnahmen lassen die Wiederholung eines solchen Szenarios heute eher unwahrscheinlicher erscheinen.

Das Weserwehr im Ortsteil Hastedt staut die Weser zum letzten Mal bevor sie erst als Unterweser und schließlich als Außenweser hinter Bremerhaven in die Nordsee mündet. Während der Pegelstand des Gewässers flussaufwärts etwa auf einer Höhe gehalten wird, herrschen flussabwärts Ebbe und Flut im permanenten Wechsel. Damit der Fluss schiffbar bleibt, wurden zwei Schleusenkammern gebaut. Wer mehr über das Wehr erfahren möchte, findet hier ausführlichere Informationen. Je ein Fuß- und Radweg machen es bequem, über die Anlage hinweg die Weser zu überqueren und auf den Stadtwerder zu gelangen.

Weserwehr - Bremen sehenswert

Der Weg quert zunächst das Wehr und dann als Brücke die beiden Schleusenkammern. Von hier kann man auch zusehen, wenn Binnen- oder andere Schiffe geschleust werden

Hält man sich zunächst links und folgt der asphaltierten Straße nach einer Rechtskurve durch das Naturschutzgebiet mit der durch das Hochwasser 1981 entstandenen Neuen Weser, stößt man nach kurzer Zeit auf das östliche Ende des Werdersees. Der heute 370.000 qm große See ist der größte in der Hansestadt. Heute heißt, der See war ursprünglich deutlich kleiner und ist streng genommen auch gar kein See, sondern ein Teil der Kleinen Weser, die seit dem Mittelalter etwa vom Teerhof gegenüber der Schlachte in der Innenstadt mehrere Kilometer neben der Weser flussaufwärts verlief und als blinder Arm im Land endete. Bis zum Bau des Wehrs am Teerhof 1968 war der Wasserstand der früher auch Alte Weser genannten Kleinen Weser tideabhängig wie der der Unterweser. Führte die Weser Hochwasser, lief planmäßig als Schutzmaßnahme auch die Kleine Weser über eine eigens angelegte Flutrinne voll. Diese wurde im Zuge von Neustrukturierungen zur Verbesserung des Hochwasserschutzes in den Jahren zwischen 1953 und 1960 aus dem Bereich vor dem 1911 errichteten Weserwehr in Hastedt rund zwei Kilometer hinter das Wehr verlegt. Im Rahmen des gesamten Bauprojekts entstand auch eine Landbrücke, die den nur etwa 3 Meter tiefen Werdersee schließlich von der Kleinen Weser trennte, wenn auch nicht gänzlich. Bereits in den 1930er Jahren gab es von Seiten des damaligen Baudirektors der Stadt Pläne einen See mit Regattastrecke anzulegen. Ab 1953 war es schließlich der Garten- und Landschaftsarchitekt Wilhelm Hübotter, der sich der Anlage des Sees bzw. der Landschaft drumherum widmete.

Blick auf einen Teil des Werdersees, im Hintergrund ragt die Flutlichtanlages des Weserstations hoch auf

Ein Teil des Werdersees, im Hintergrund ragt die Flutlichtanlage des Weserstations hoch auf

Bis heute ist die parkartige Anlage mit Liegewiesen, Spielplätzen und Badestellen ein Ziel vieler die gerne im Grünen und am oder auch im Wasser sind. Bei dem Hochwasser 1981 zeigte sich, dass die Schutzmaßnahmen nicht ausreichend dimensioniert waren. Der Deichbruch und die Maßnahmen des veränderten Schutzkonzeptes veränderten die Landschaft rund um den östlichen Teil des Sees und verlängerten diesen um rund einen Kilometer. Nach wie vor hat der Werdersee an seinem östlichen Ende einen durch zwei Schieber regulierten Zufluss aus der höher gelegenen Mittelweser, der durch seine naturnahe Anlage einerseits als Fischpass taugt, andererseits eine beliebte Stelle für kleinere Kinder zum Plantschen ist, da der Wasserstand stellenweise recht niedrig ist. Im Sommer tummeln sich an den Badestellen des Werdersees viele Menschen oder sitzen oder spielen an den Gründeichen und auf den Rasenflächen. An zwei Tagen jeweils im Mai findet auf dem See die Große Bremer Ruderregatta statt, dann werden mittels Ketten mit roten und weißen Bojen sechs Bahnen mit einer Länge von 1500 Metern abgetrennt. Erwartet werden zu dem Spektakel, das 1879 erstmals stattfand und bei dem Teams aus dem gesamten Bundesgebiet an den Start gehen, meist einige Tausend Besucher.

Spaß im Wasser des Zuflusses am östlichen Ende des Werdersees - Bremen sehenswert

Spaß im Wasser des Zuflusses am östlichen Ende des Werdersees

 

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Weitere Informationen

www.cafe-sand.de

www.hal-oever.de

www.cafe-ambiente.de

www.weserterrassen.com

www.werder.de/fankurve/stadionerlebnis/wuseum/

www.bremer-baeder.de

www.juergenshof.com

www.sportgarten.de

www.derkuhhirte.de

www.stellplatz-bremen.de

 

St. Petri Dom

Die Geschichte des Doms, der ältesten Kirche Bremens, beginnt mit der Christianisierung der ursprünglich von den Sachsen besiedelten Gegend durch Karl den Großen im 8. Jahrhundert. Wann der erste Dom auf der höchsten Erhebung der sogenannten Bremer Düne errichtet wurde ist unklar, jedoch wurde er ziemlich wahrscheinlich 858 von einfallenden Wikingern aus dem dänischen Norden zerstört. Der 1041 begonnene und im 13. Jahrhundert mit den zwei Türmen vollendete nachfolgende romanische Bau wurde im 16. Jahrhundert schließlich im gotischen Stil umgebaut.
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Dom - Bremen sehenswert

 

Sternwarte & Planetarium

An ausgewählten Tagen können auch Besucher einen Blick durch die großen stationären und die kleineren mobilen Teleskope der Walter-Stein-Sternwarte werfen, die dann auf der Terrasse aufgestellt werden. Im Olbers-Planetarium im selben Haus halten Mitglieder der Gesellschaft Vorträge zu wechselnden Themen. Das 1952 eröffnete Olbers-Planetarium gehört mit seiner Kuppe von 6 Metern Durchmesser zu den Kleinplanetarien. Für die Besucher stehen 35 Plätze (auch behindertengerecht) zur Verfügung.
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Sternwarte und Planetarium - Bremen sehenswert

 

Das Weserwehr

Damit Schifffahrt überhaupt möglich ist, sind die Staustufen mit Schleusen ausgestattet. In den bis zu 225 m langen Kammern werden Binnenschiffe mit einer Maximalbreite von 11,45 m geschleust. Der Höhenunterschied der Wasserstände liegt zwischen rund dreieinhalb und sechseinhalb Metern. Die Fallhöhe des Wassers machte es günstig, daraus Strom zu gewinnen, so auch in Bremen. Die Kapazität des Kraftwerks, dessen Turbinen zwischen 1915 und ‘17 sukzessive ans Netz gingen, wurde 1926 durch die Inbetriebnahme weiterer Turbinen soweit erhöht, dass die erzeugte Energie zeitweise die Hälfte des Bedarfs in der Hansestadt deckte.
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Das Weserwehr - Bremen sehenswert

 

Schlachte

Vom Baubeginn 1993 bis zur feierlichen Eröffnung am 27. Mai 2000 entstand zwischen der Wilhelm-Kaisen- und der Stephanibrücke für umgerechnet über 20 Millionen Euro, größtenteils aus EU-Töpfen, mit 60 Bäumen und viel Granit eine Flaniermeile mit Boulevard, Schiffsanlegern und zahlreichen Gastronomiebetrieben, die für jeden Gaumen etwas zu bieten haben, wo im Mittelalter Hafenarbeiter rackerten.
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Schlachte - Bremen sehenswert

 

Durch Woltmershausen zum Lankenauer Höft

Eine richtig maritime Radtour führt von der Stephanibrücke durch den Hohentorshafen und durch Woltmershausen bis zum fast gänzlich von Wasser umgebenen Lankenauer Höft. Hinter dem Höft liegen einige Schiffe wie der 1957 gebaute Schlepper Greif in einem nicht abgesperrten Teil des Hafens. Mit diesem Blick auf den Hafen endet diese Tour.
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Woltmershausen - Bremen sehenswert

 

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